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Nahost

Plan für Bürgerkrieg im Irak

Die US-Besatzungsmacht im Irak verfügt über ein 17 Seiten starkes Dokument, in dem das Terrornetzwerk El Kaida aufgefordert wird, einen Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten im Irak zu befördern.

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Schiiten in Irak sollen das Ziel neuer Anschläge sein

Das Dokument, das von einem Reporter der "New York Times" eingesehen werden konnte, enthält unter anderem Vorschläge wie Selbstmordanschläge gegen schiitische Einrichtungen im Irak in den nächsten Monaten. Die amerikanischen Behörden gehen davon aus, dass der Jordanier Abu Musab-al Zarqawi hinter dem Schrifstück steckt.

Zarqawi wird von den USA seit längerem verdächtigt, aus dem Irak heraus Verbindungen zu El Kaida zu unterhalten. In dem 17 Seiten langen Schreiben wird ein stategischer Plan entwickelt, wie im Irak noch vor der geplanten Machtübergabe im Sommer ein Blutbad zwischen Sunniten und Schiiten ausgelöst werden könnte.

"Die Zeit drängt"

"New York Times"-Reporter Phil Dexter hat das Dokument in Baghdad lesen dürfen. Im US-Fersehen sagte er, der Plan sehe vor, dass El-Kaida–Elemente Schiiten und ihre Einrichtungen angreifen, und zwar in einem Maße, dass als Gegenreaktion Übergriffe der Schiiten auf die arabischen Sunniten ausgelöst würden. "Das Dokument ist im Grunde genommen die Bitte um Zustimmung und Unterstützung für diesen Plan," so Dexter.

In dem Schreiben, dass von einem Kurier aus dem Irak nach Afghanistan geschmuggelt werden sollte, werde eingeräumt, dass es den Extremisten bislang nicht gelungen sei, das Land ausreichend zu destabilisieren, um die amerikanische Besatzungsmacht vertreiben zu können. Dexter berichtete außerdem, die Autoren würden zugeben, dass die Zeit dränge: "Es wird argumentiert, dass die geplanten Terroranschläge bald kommen müssten, bevor nämlich die Amerikaner die Macht an die Iraker selbst zurück geben."

Tödlicher Plan

Die US-Behörden gehen ebenso wie die 'New York Times' von der Authentizität des Schrifstückes aus und sehen sich in ihrer Vermutung bestätigt, dass ausländische Terroristen seit langem versuchen, die Herstellung stabiler und rechtsstaatlicher Verhältnisse im Irak zu torpedieren. "Hier jedoch steht es einmal schwarz auf weiss," sagte Dan Senor, Sprecher der US-Zivilverwaltung im Irak. Ausserdem habe es in den letzten Monaten ja bereits tödliche Anschläge auf schiitische Geistliche gegeben. Senor geht davon aus, dass ähnliche Anschläge demnächst wieder versucht würden.

Im August vergangenen Jahres wurde bei einer Bombenexpolsion in Nadschaf der schiitische Religionsführer Mohammed Baquir el –Hakim getötet. Ein Attentatsvesruch auf den Großayatollah Ali el-Sistani in der vergangenen Woche wurde allerdings von Familienangehörigen des Ayatollahs dementiert.