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Wirtschaft

Plan B für Saab

Daimler und Renault-Nissan bauen ihre Zusammenarbeit aus, die ehemalige Saab-Mutter GM stellt einen neuen Rekord bei Rückrufen auf und beim maroden Autobauer Saab selbst keimt wieder Hoffnung.

Den Gläubigern des schwer angeschlagenen Autobauers Saab liegt ein vorläufiger Plan für die Sanierung des Unternehmens vor. Danach wollen die Saab-Eigner vorrangig versuchen, Verhandlungen mit zwei asiatischen Autobauern über die Zukunft des Unternehmens abzuschließen, teilte das chinesische Konsortium National Electric Vehicle Sweden (Nevs) mit. Dabei seien vergangene Woche Fortschritte erzielt worden. Alternativ könnte der Autobauer künftig als Vertragspartner für andere Fahrzeughersteller arbeiten.

Saab schuldet seinen Lieferanten rund 400 Millionen schwedische Kronen (knapp 44 Millionen Euro). Weil die Produktion im schwedischen Trollhättan seit Mai stillsteht, mussten bereits 155 der rund 550 Mitarbeiter gehen. Ein schwedisches Gericht hatte im August ein Sanierungsverfahren unter Gläubigerschutz genehmigt. Am 8. Oktober will Nevs seinen endgültigen Sanierungsplan vorstellen.

Rostgefahr bei Chevrolet

Der US-Autohersteller General Motors (GM) ruft erneut fast 650.000 Fahrzeuge weltweit wegen verschiedener technischer Mängel zurück. Betroffen sind unter anderem rund 430.000 Geländewagen der Marken Cadillac und Saab, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Bei den Fahrzeugen können sich demnach Schrauben an den Heckstabilisatoren lockern. Mit dem Defekt bringt GM nach eigenen Angaben drei Unfälle mit zwei Verletzten in Verbindung.

Außerdem beordert der Konzern wegen Rostgefahr knapp 94.000 Kleinwagen vom Typ Chevrolet Spark in die Werkstätten. Kurz zuvor hatte General Motors mitgeteilt, rund 117.000 Fahrzeuge verschiedener Baureihen und Marken zurückzurufen, bei denen Probleme mit der Fahrwerkssteuerung auftreten können. Außerdem ließ GM am Freitag wissen, die Auslieferung von neuen Geländewagen der Modelle Chevrolet Colorado und GMC Canyon auszusetzen. Hier liegt das Problem beim Auslösen der Airbags.

GMs Rückruf-Weltrekord

Der größte US-Autobauer wird seit Monaten von einer Rückrufwelle erschüttert. Weltweit musste General Motor seit Jahresbeginn mehr als 30 Millionen Fahrzeuge zurückrufen - ein Rekord in der Branche. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt.

Im Mittelpunkt der Qualitätsmängel bei dem Autobauer steht der Skandal um den verspäteten Rückruf von 2,6 Millionen Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern, die während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Mit dem Konstruktionsfehler bringt GM derzeit 23 Todesfälle in Verbindung, Verbraucherschützer vermuten deutlich höhere Opferzahlen.

General Motors wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Offenbar hatten Ingenieure bereits seit dem Jahr 2001 Kenntnis von den defekten Zündschlössern. Dem Unternehmen drohen Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe.

"Keine heiligen Kühe"

Daimler und Renault-Nissan bauen ihre Kooperation aus. Wie die beiden Auto-Hersteller am Freitag bei einer Branchenmesse in Paris mitteilten, bleibe alles auf dem Tisch. "Es gibt keine heiligen Kühe", sagte Renault-Chef Carlos Ghosn bei einer Pressekonferenz mit Daimler-Chef Dieter Zetsche. Von den ursprünglich drei Projekten aus der Zusammenarbeit seien mittlerweile zwölf geworden. Sie hätten zu Kosteneinsparungen von mehr als zwei Milliarden Euro geführt, so Ghosn.

Mercedes, Nissan und Renault arbeiten seit 2010 unter anderem bei Motoren und in einigen Werken zusammen. Es ist eine der letzten Kooperationen zwischen einem Premium- und Massen-Hersteller in der Branche. Bei künftigen Projekten soll es um Motoren, Getriebe und Transporter gehen.

dk/wl(dpa/rtr)