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Aktuell Asien

Plakate warnen Afghanen vor Flucht nach Deutschland

Die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge aus Afghanistan hat in jüngster Zeit stark zugenommen.Die Bundesregierung versucht, gegenzusteuern.

Deutschland versucht mit einer Plakatkampagne, Afghanen von der Reise nach Europa abzuhalten. Auf Plakaten, die jetzt in der Hauptstadt Kabul zu sehen sind, steht in den wichtigsten Landessprachen Dari und Paschtu: "Sie verlassen Afghanistan? Sind sie sicher?" Ein Link führt auf eine Facebook-Seite, die unter anderem über die deutschen Einwanderungs- und Asylgesetze informiert.

Warnung vor Schleusern

Nachdrücklich wird auf dem Plakat vor Schleusern gewarnt: "Glauben Sie nicht den von Menschenhändlern bewusst verbreiteten Gerüchten und Falschinformationen über eine angeblich leichte Reise und ein leichtes Leben in Deutschland", heißt es dort. "Riskieren Sie nicht ihr Leben bei dem Versuch, nach Europa zu flüchten. Menschenhändler sind Kriminelle, die nur an Geld interessiert sind."

Eines der Plakate an einem Straßenrand in Kabul (Foto: DW, H. Sirat)

Eines der Plakate an einem Straßenrand in Kabul

Das Auswärtige Amt hatte Ende Oktober die Kampagne angekündigt. Viele Afghanen hätten teilweise realitätsferne Vorstellungen über Asyl in Deutschland, dem solle ein realistisches Bild entgegengestellt werden, hieß es zu Begründung. Nach Kriegsflüchtlingen aus Syrien sind Afghanen inzwischen die zweitgrößte Gruppe der Asylsuchenden in Deutschland.

Die Koalition hat deshalb beschlossen, abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan wieder zurück in ihre Heimat abzuschieben. Es gebe in dem Land am Hindukusch sichere Regionen, in denen es keine Kämpfe zwischen den aufständischen Taliban und den Sicherheitskräften der Regierung gebe, so das Argument.

Tödliches Ende einer Flucht?

Unterdessen sind im Osten der Slowakei beim Absturz eines ukrainischen Hubschraubers acht Menschen ums Leben gekommen, die offenbar illegal in die EU gelangen wollten. Nach Medienberichten könnte es sich bei den Passagieren um Afghanen gehandelt haben.

Innenminister Robert Kalinak teilte mit, der Hubschrauber des Typs Mi-2 sei schon am Mittwoch beim illegalen Überfliegen der Grenze beobachtet worden. Um nicht von den slowakischen Grenzschützern entdeckt zu werden, sei er wohl trotz schlechter Sicht in der Nacht bei Nebel sehr niedrig geflogen und habe dabei zu riskante Manöver absolviert. "Wie man sieht, schrecken Schmuggler oder Menschenschleuser vor nichts zurück", sagte Kalinak.

Todesopfer vermutlich aus Afghanistan

Das Wrack des Hubschraubers mit sechs Leichen wurde am Freitag gefunden. Zwei weitere Tote entdeckten Taucher der Feuerwehr später in einem Flussbett, wie der Nachrichtensender TA3 jetzt am Sonntag meldete. Die Identifizierung der Toten gestaltet sich schwierig. Aus Dokumenten, die an der Absturzstelle gefunden wurden, schließen die Behörden laut Medienberichten, dass es sich bei den Absturzopfern um einen ukrainischen Piloten sowie fünf Männer und zwei Frauen aus Afghanistan handeln könnte.

wl/fab (dpa,afp)

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