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Aktuell Deutschland

Plagiatsvorwurf gegen Schavan gemildert

Die Universität Düsseldorf hat laut einem Zeitungsbericht die Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan abgeschwächt. Der Vorwurf der absichtlichen Täuschung wird demnach nicht mehr aufrechterhalten.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Mai 2012 in Erfurt bei der Preisverleihung zum Bundeswettbewerb Jugend forscht (Foto: dpa)

Annette Schavan Dissertation Doktorarbeit Plagiat

Der Promotionsausschuss der Universität Düsseldorf erhebe inzwischen nicht mehr den Vorwurf, Bundesbildungsministerin Annette Schavan habe in ihrer Doktorarbeit absichtlich getäuscht, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Allerdings spreche sich der Ausschuss weiter dafür aus, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten. Denn die CDU-Politikerin habe durchaus in Kauf genommen, mit ihrer Zitierweise gegen gängige Regeln wissenschaftlichen Arbeitens zu verstoßen.

Ein interner Prüfbericht, der im vergangenen Oktober bekannt wurde, hatte Schavan eine "leitende Täuschungsabsicht" bescheinigt. Ihr wird vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit fremde Textpassagen ohne saubere Belege übernommen zu haben. Schavan hatte ihre Dissertation zum Thema "Person und Gewissen" im Jahr 1980 veröffentlicht.

Entscheidung über Verfahrenseröffnung am Dienstag

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Der Rat der Philosophischen Fakultät an der Universität Düsseldorf will am Dienstag entscheiden, ob ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eröffnet wird. Selbst wenn die Wissenschaftler dafür votieren, heißt das noch nicht, dass Schavan ihren Titel verliert. Möglich ist dann immer noch, dass die Prüfer die genannten Gründe für den Titelentzug für nicht hinreichend befinden.

Ein Sprecher der Ministerin wollte sich zu Spekulationen über einen möglichen Rücktritt nicht äußern. Aus Kreisen der Union hieß es, die bloße Eröffnung eines Aberkennungs-Verfahrens sei noch kein Rücktrittsgrund. Sollte Schavan allerdings ihren Doktortitel verlieren, werde sie im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel schwer zu halten sein.

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Schavan: Ich werde kämpfen (17.10.2012)

Schavan wies die gegen sie erhobenen Vorwürfe nach Bekanntwerden des Prüfungsberichts wiederholt zurück. "Ich habe meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erstellt", beteuerte sie zuletzt Ende Dezember in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt". Zugleich bestritt die enge Vertraute von Kanzlerin Merkel Rücktrittsgedanken. "Ich möchte Ministerin bleiben über die Bundestagswahl hinaus", sagte sie. Aus der Opposition hieß es, sollten sich die Plagiatsvorwürfe bestätigen, sei Schavan als Wissenschaftsministerin untragbar.

kis/kle (dpa, rtr, dapd, afp)

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