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Praktikum

„Plötzlich stand der Außenminister neben mir“

Wenn ein junger Mensch etwas erleben will, zieht er hinaus in die weite Welt. Oder er absolviert ein Praktikum in der Deutschen Welle. Ein Erfahrungsbericht von Daniela Gollob.

Daniela Gollob während ihres Praktikums. Auf der Agenda stand auch eine Fahrt mit dem Gabelstapler.

Daniela Gollob während ihres Praktikums. Auf der Agenda stand auch eine Fahrt mit dem Gabelstapler.

Zwischen Post Tower und UN-Campus idyllisch am Rhein in Bonn gelegen, fördern rund 1500 DWlerinnen und DWler aus über 60 Nationen „das Verständnis und den Austausch der Kulturen und Völker“. Stimme dieser Philosophie ist die Unternehmenskommunikation. Zwei Monate lang gewährten sie mir einen tiefen Einblick in die externe und interne Kommunikation eines international agierenden Medienunternehmens – und ließen mich mitwirken.

Vom ersten Tag an diskutierte ich als willkommenes Mitglied in den Morgenrunden und Redaktionssitzungen: Wie gestalten wir die nächste Ausgabe unseres Mitarbeiter-Magazins? Über welche Kanäle kommunizieren wir das Special zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft? Wann geben wir die Neuausrichtung unseres Programms in Lateinamerika an die Presse? Wäre das Projekt „Kulturschock“ nicht interessant für die Facebook-Community? Meine Meinung war gefragt, meine Kreativität gefordert – und gefördert wurden meine Interessen.

Von Teasern und B-Texten

Sie galten den redaktionellen Tätigkeiten, die sich schnell zu meiner Kernaufgabe entwickelten. Ihre Bandbreite war groß. Ich übte mich an Nachrichten für das Intranet und schrieb Texte für die Mitarbeiterzeitschrift. Zunächst noch nebulöse Begriffe wie Teaser, Aufmacher, Cluster und B-Text wurden zur Alltagssprache. Und mit steigender Lernkurve wuchsen die Herausforderungen. Es folgten längere Reportagen sowie Artikel für das Magazin „weltzeit“, das sich an Multiplikatoren aus Politik und Medien wendet.

Selbstständiges Arbeiten und Vertrauen

An einem meiner letzten Tage war die Zeit auch für den Nachrichtenstil reif. Mit Schreibblock, Stift und Fotokamera verfolgte ich die Diskussion vor mir auf dem Podium. Auf Initiative der Deutschen Welle debattierten Experten aus Politik und Entwicklungszusammenarbeit über die Hungersnot am Horn von Afrika. Ich notierte die konträren Standpunkte, sammelte geeignete O-Töne, machte Fotos und bearbeitete sie. Selbstständiges Arbeiten im Praktikum, nenne ich es heute. Als großes Vertrauen in die Praktikantin deklarierte ich es damals.

Nein, allein gelassen fühlte ich mich nicht. Auf die Unterstützung und die professionellen Tipps meiner Vorgesetzten und Kollegen konnte ich zählen. Die offen stehende Tür der Büros steht in dieser Abteilung als Zeichen für Zusammenarbeit, Kollegialität und eine hervorragende Betreuung von Neuankömmlingen. Nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit in Zeiten des ständigen Praktikantenwechsels.

Im praktikantenfreundlichen Klima kam es dazu, dass mir zwei außergewöhnliche Begegnungen gegönnt waren. Gleich in der ersten Woche stand plötzlich der Außenminister neben mir – beim Sommerfest der Deutschen Welle habe ich ihm die Hand geschüttelt. Mit einer weiteren Berühmtheit hatte ich es in der Woche darauf zu tun: Es war keine geringere als der Kölner Dom, in dessen höchste Spitzen wir uns beim Abteilungsausflug wagten.

Was würde an dieser Stelle derjenige sagen, der einmal meinte: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Gewiss würde er seine Aussage entkräften.

Zur Person: Daniela Gollob aus München absolvierte nach ihrem Studium im Juli und September 2011 ein Praktikum in der Unternehmenskommunikation der Deutschen Welle. Ihre Höhepunkte: Das Team, die redaktionellen Aufgaben, der Ausflug auf den Kölner Dom – und die Fahrt auf dem Gabelstapler, der im Text leider nicht mehr unterkam.