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Sport

Plötzlich auch im Team erfolgreich?

Deutschland tritt mit fünf Mannschaften bei den Olympischen Spielen in Rio der Janeiro an und hofft auf Medaillen, denn nicht nur die Hockey-Herren als Titelverteidiger greifen nach Gold.

"Mannschaften sind immer wichtig für das Atmosphärische bei Olympia. Sie vermitteln sehr stark den Team-Zusammenhalt", findet Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). In London vor vier Jahren waren nur drei deutsche Mannschaften dabei, in Rio werden fünf an den Start gehen: Die beiden Fußball- und Hockeymannschaften, sowie die Handball-Männer. Die Medaillenchancen stehen dabei nicht schlecht: Die Hockey-Männer sind Titelverteidiger, die Handballer Europameister und beide Fußballteams sowieso immer unter den Favoriten.

Handball EM Finale - Deutschland vs. Spanien (Foto: Getty Images/Bongarts/A. Nurkiewicz)

Vom Überraschungs-Sieger zum Favoriten: Deutschlands Handballer

Die deutschen Handballer waren das letzte Team, das sich qualifiziert hat - und zwar ohne Umweg über ein Turnier direkt mit dem Sensations-Coup, dem EM-Titel am 31. Januar. Nach der Pause in London wollen sie wieder um Medaillen spielen - das Viertelfinale ist Pflicht, Halbfinale und Endspiel sind durchaus möglich. Das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat lösbare Aufgaben erwischt. Es trifft in der Gruppe B auf den WM-Dritten Polen, den Afrika-Meister Ägypten, Schweden, Slowenien und Olympia-Gastgeber Brasilien. "Wir haben mit dieser geilen Mannschaft das Potenzial, alles zu gewinnen, was uns im Weg steht", gibt sich Keeper Andreas Wolff selbstbewusst.

Gold als krönender Karriere-Abschluss

Auch die Fußballer sind heiß auf Medaillen. Vor allem die Frauen, bestätigt Nationalspielerin Melanie Leupolz vom deutschen Meister Bayern München im Interview mit der Deutschen Welle: "Natürlich fährt man zu einem Turnier, um mit einem Titel wieder nach Hause zu fahren. Das muss unser Ziel sein, und das ist es auch. Ich glaube schon, dass wir auch gute Chancen haben."

Frauen-EM Finale Deutschland Norwegen Silvia Neid Pokal (Foto: Carmen Jaspersen/dpa)

Olympisches Gold fehlt Silvia Neid noch

Die DFB-Frauen, die London 2012 verpasst hatten, lösten das Olympia-Ticket durch den Einzug ins WM-Viertelfinale 2015 in Kanada. Beim Frauen-Wettbewerb, der erst 1996 startete, gibt es keine Altersbeschränkung. Die Mannschaft von Bundestrainerin Neid bekommt es in der Gruppenphase mit Olympia-Neuling Simbabwe sowie Australien und Kanada zu tun. Für Nationaltrainerin Silvia Neid ist es das letzte große Turnier, sie legt nach den Spielen ihr Amt nieder. Bisher gab es für die Fußball-Frauen dreimal Bronze. Gold wäre der krönende Abschluss für Neid, findet auch Melanie Leupolz: "Das wäre überragend. Für sie und ihre Karriere als Spielerin und Trainerin. Die lief nahezu perfekt. Sie hat unendlich viele Titel gewonnen, und ich glaube, dass es ein sehr schöner und gerechtfertigter Abschluss wäre."

"Wollen eine Medaille"

Die Schützlinge von DFB-Trainer Horst Hrubesch sicherten sich das erste deutsche Fußball-Olympiaticket nach 1988 durch das Erreichen des Halbfinals bei der U21-EM. Damals hatte die Mannschaft um Jürgen Klinsmann Bronze gewonnen. Deutschland startet in der Vorrunde gegen Mexiko in das Turnier, das sich im Finale von London 2012 gegen Brasilien durchgesetzt hatte und als Titelverteidiger als härtester Gegner in der deutschen Gruppe gilt. Weitere Gegner sind Südkorea und Fidschi.

Schlüsselspieler sind Kapitän Leon Goretzka vom FC Schalke 04, die Bender-Zwillinge Lars und Sven (Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund), der Leverkusener Nationalspieler Julian Brandt, Torwart Timo Horn vom 1. FC Köln sowie Weltmeister Matthias Ginter von Borussia Dortmund. Allerdings gab es für Hrubesch reichlich Gegenwind bei der Kadernominierung: Nur zwei Spieler pro Verein, keine Teilnehmer an der EM oder Qualifikation für internationale Wettbewerbe, keine Spieler, die in der Sommerpause wechseln. "Wir werden mit dem sportlich besten Team antreten", erklärt der scheidende U21-Coach dennoch, der rundheraus die Goldmedaille anstrebt: "Früher hat man bei Olympia immer gesagt: 'Dabei sein ist alles'. Für uns macht das aber keinen Sinn. Wir wollen bis zum Schluss dabei sein und eine Medaille holen."

Titelverteidiger will den Hattrick

Wie das geht, zeigt regelmäßig die Hockey-Nationalmannschaft. Hockey ist die erfolgreichste deutsche Mannschaftssportart bei Olympischen Spielen. Die Frauen gewannen 2004 Gold, danach zweimal Silber, die Männer sind Titelverteidiger und könnten nach Peking und London zum dritten Mal in Folge Olympiasieger werden.

Deutsche Männer mit Gold im Hockey Olympia (Foto: AP Photo/Aman Sharma)

So sehen Sieger aus: Hockey-Gold in Peking

Der zweifache Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste war schon in London und Peking dabei. "London war der Wahnsinn. Wir waren dort hockeymäßig sehr verwöhnt. Das Stadion war immer voll, weil die Briten ein sehr hockeybegeistertes Publikum sind." Das erwarte man in Brasilien erst mal nicht, sagt Fürste im DW-Interview: "Hockey wird da keine Fokus-Sportart sein. Aber wir freuen uns natürlich trotzdem. Das sind Olympische Spiele, wir hatten in Peking eine ähnliche Situation, und das war auch der Wahnsinn."

Den plötzlichen Abgang von Erfolgstrainer Markus Weise, der zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) wechselte, hat das Team gut verkraftet. Und der jüngste Bundestrainer der deutschen Hockey-Geschichte, der 35-jährige Valentin Altenburg, hat sich einiges vorgenommen: "Wir sind Weltranglistendritter und wollen besser abschneiden als unser Weltranglistenplatz."