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Aktuell Asien

Pjöngjang kündigt Abkommen mit USA

Nach internationaler Kritik an seinem jüngsten Raketenstart hat Nordkorea sein Moratorium für Atomtests faktisch aufgehoben. Das Regime in Pjöngjang warf den USA eine "feindliche Handlung" vor - neue Drohungen inklusive.

Nordkorea fühlt sich nach eigenen Angaben nicht länger an eine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten gebunden, nach der es seine Atomwaffentests aussetzt, die Uran-Anreicherung einstellt und Inspektoren ins Land lässt. Diese Übereinkunft vom Februar sei nicht mehr gültig, teilte das Außenministerium in Pjöngjang mit. Zugleich drohte es mit nicht näher beschriebenen "Vergeltungsmaßnahmen".

Damit reagierte Nordkorea auf eine Erklärung des UN-Sicherheitsrates, in der alle Ratsmitglieder - auch China und Russland - den Raketenstart kritisiert hatten. Die Rakete war am vergangenen Freitag kurz nach dem Abheben explodiert. Die USA und andere Länder sahen in dem Raketenstart den Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Deswegen will Washington geplante Nahrungsmittellieferungen an Nordkorea streichen, was Pjöngjang offensichtlich verärgert. Das kommunistische Land hatte hingegen beteuert, es habe lediglich einen Satelliten ins All befördern wollen. Dazu habe man das "legitime Recht", welches vom Sicherheitsrat nicht verletzt werden dürfe.

Alle Optionen offen

Das US-Außenministerium nannte die Erklärung der nordkoreanischen Regierung "nicht überraschend, wenn man ihr jüngstes Verhalten bedenkt". Sprecher Mark Toner wies zugleich darauf hin, dass nicht nur die Vereinbarung der USA, sondern auch UN-Resolutionen Pjöngjang zu einem Verzicht auf Atomtests verpflichteten. Die USA würden Nordkorea weiterhin "sehr klar" an diese Verpflichtungen erinnern. Der neue Kommandeur der US-Streitkräfte im Pazifikraum, Samuel Locklear, ergänzte, man werde sich im Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm auch künftig "alle Optionen" offenhalten, einschließlich militärischer.

wa/sc (dpa, rtr)