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Aktuell Asien

Pjöngjang ernennt neuen Vize-Marschall

Nach der überraschenden Entmachtung von Armeechef Ri Yong Ho hat das Regime im kommunistischen Nordkorea den Kreis seiner Vize-Marschälle der Volksarmee erweitert. General Hyon Yong Chol wurde zum Vize-Marschall ernannt.

Die Entscheidung löste im benachbarten Südkorea Spekulationen aus, er könne Ri Yong Ho als Generalstabschef nachfolgen. Der neue Titel wurde Hyon nach Angaben der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA am Montag durch die zentrale Militärkommission der herrschenden Arbeiterpartei und der Nationalen Verteidigungskommission in der Hauptstadt Pjöngjang verliehen.

Der neue Vize-Marschall Hyon Yong Chol (Foto: picture-alliance/dpa)

Armeegeneral Hyon Yong Chol wurde der Titel eines Vize-Marschalls verliehen

Der im Ausland wenig bekannte General ist bereits die vierte Person, die von Staatschef Kim Yong Un seit dem Tod seines Vaters zum Vize-Marschall ernannt wurde. Beobachter vermuten, dass Kim seinen Machtapparat umbaut. Das Amt des Armeechefs gilt im Machtgefüge des kommunistischen Staats als eine Schlüsselposition.

Interner Machtkampf in Pjönjang?

Dem bisherigen Armeechef Ri waren am Sonntag nach offiziellen Angaben aus Nordkorea alle Ämter entzogen worden. Als Begründung wurde eine nicht weiter beschriebene Erkrankung genannt. Ri galt als enger Vertrauter von Kims verstorbenem Vater und Vorgänger Kim Jong Il.

Der entmachtete Militärchef Ri Yong Ho (Foto: AP/dapd)

Der Einflüsterer des alten Kim: Nordkoreas Armeechef Ri tritt ab

Nach Einschätzung des Experten Koh Yu Hwan, Professor an der Dongguk-Universität im südkoreanischen Seoul, könne Ris Absetzung bedeuten, dass er einen Machtkampf mit dem in der nordkoreanischen Hierarchie rasch aufgestiegenen und im April zum Vize-Marschall ernannten Choe Ryong Hae verloren habe. Der Experte sieht Choe als Nummer zwei im Machtapparat - als den Mann, der bei der Armee als eine Art Stellvertreter für Kim Jong Un dient.

Kim Jong Un bricht mit Tradition

Unter dem vorigen Staatschef Kim Jong Il blieben führende Funktionäre üblicherweise bis zu ihrem Tod im Amt. Sein Sohn Kim Jong Un führt dieses Prinzip sieben Monate nach seinem Amtsantritt offenbar nicht mehr fort. Experten erwarten, dass in den nächsten Wochen weitere Altkader ihre Posten räumen müssen.

Der knapp 30-jährige Kim Jong Un war erst vor rund einem halben Jahr nach dem Tod seines Vaters und Vorgängers Kim Jong Il im Dezember zum neuen Machthaber ausgerufen worden. Zuletzt überraschte der neue Staatschef auch damit, sich mit einer nicht näher identifizierten Frau in der Öffentlichkeit zu zeigen.

kis/kle (dpa, dapd, afp)