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Aktuell Asien

Pjöngjang droht mit Atomschlag

Damit reagiert Nordkorea noch aggressiver gegenüber den USA als bisher. Pjöngjang ist verärgert über gemeinsame Militärmanöver von südkoreanischen und US-Truppen und über die geplanten verschärften UN-Sanktionen.

Nordkorea droht den USA mit einem präventiven Atomschlag. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, das Land könne von seinem Recht eines Präventivschlags gegen "das Hauptquartier des Aggressors" Gebrauch machen, weil die USA dabei seien, einen Atomkrieg gegen Nordkorea vorzubereiten. Diese aggressive Rhetorik gegen die USA ist nicht neu. Aber sie hat in den letzten Tagen zugenommen. Hintergrund sind die geplanten verschärften Sanktionen gegen Pjöngjang. Der UN-Sicherheitsrat will an diesem Donnerstag darüber entscheiden.

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Nordkorea droht mit Atomschlag

Sanktionen sollen das Regime gezielt treffen

Sinn und Zweck der Sanktionen ist es, die Geldströme zu unterbinden, die Nordkorea zur Entwicklung seines Atom- und Raketenprogramms braucht. Konkret würden mit dem Beschluss drei weitere nordkoreanische Führungspersönlichkeiten, ein Unternehmen und eine Organisation auf die Sanktionsliste der Vereinten Nationen gesetzt. Darunter ist der größte Waffenhändler des Landes und eine Organisation, die Raketentechnologie erforscht und wahrscheinlich auch für die Entwicklung von Atomwaffen verantwortlich ist.

Die USA und Nordkoreas engster Verbündeteter, China, hatten die Resolution über die Sanktionen entworfen, weil Pjöngjang am 12. Februar einen unterirdischen Nuklearwaffentest vorgenommen hatte. Nach 2006 und 2009 war das der erste Atomtest unter dem neuen Machthaber Kim Jong Un, der Nordkorea seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il Ende 2011 führt.

Ein weiterer Grund für Nordkoreas Drohungen sind Militärübungen der USA und Südkoreas. Pjöngjang fühlt sich provoziert. Es wirft den USA und Südkorea vor, schwere Waffen und Kampfkräfte in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord und Süd zu positionieren.

Manöver USA Süd Korea, (Foto: Reuters)

Südkoreanisches Militär und US-Truppen bei Manöverübungen

60 Jahre Waffenstillstand mit dem Süden sollen zuende sein

Nordkorea droht aber nicht nur mit einem Atomschlag gegen die USA, sondern auch damit, den Waffenstillstand mit Südkorea aufzukündigen. Am Dienstag hieß es, der Waffenstillstand, der den Korea-Krieg 1953 beendete, werde am 11. März aufgekündigt. Auch solche Töne sind nicht ungewöhnlich. Dennoch hat Südkorea seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Das Militär sei "vollständig" auf mögliche Provokationen vorbereitet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Das Ministerium befürchtet, Nordkorea bereite ein "massives" Militärmanöver vor, das zu Zwischenfällen führen könnte. Ein ranghoher Offizier des südkoreanischen Generalstabs warnte in einem Fernsehkommentar die nordkoreanische Führung: "Wenn Pjöngjang mit seinen Provokationen weitermacht und das Leben und die Sicherheit der Südkoreaner bedroht, wird unser Militär stark und streng an seiner Führung und deren unterstützenden Kräften Vergeltung üben."

Drohung mit dem Atomschlag - ein Erpressungsversuch?

Amerikanische und südkoreanische Analysten sehen die Drohungen Nordkoreas als Versuch, direkt Verhandlungen mit Washington zu erzwingen. Pjöngjang braucht einerseits Unterstützung für seine hungernde Bevölkerung, fordert aber gleichzeitig, die 28.000 amerikanischen Soldaten in Südkorea sollen abziehen. John Delury, Professor an der Yonsei Universität in Seoul, sagte, Pjöngjang wolle die internationale Gemeinschaft davon überzeugen, dass formelle Friedensgespräche und eine neue Sicherheitsarchitektur Voraussetzung für eine komplette nukleare Abrüstung seien.

cd/li (dpa, rts, afp, AP)

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