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Fußball

Pizarro will die Bayern ärgern

Eigentlich sind die Rollen beim DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Bayern München und Werder Bremen klar verteilt. Trotzdem warnt Bayern-Coach Guardiola sein Team - besonders vor einem bestimmten Spieler.

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Pokal-Halbfinale: Bayern empfängt Bremen

327 Pflichtspiele, 125 Tore, 53 Vorlagen. Sechs Deutsche Meisterschaften, fünf DFB-Pokalsiege, ein Titel in der Champions League, dazu der Weltpokal. Man kann nicht behaupten, dass die Spuren klein sind, die Claudio Pizarro in insgesamt neun Jahren als Spieler des FC Bayern bei den Münchenern hinterlassen hat. Daher wird der Peruaner besonders motiviert sein, wenn er mit dem SV Werder Bremen am Dienstagabend im Halbfinale des DFB-Pokals bei den Bayern antritt (20:30 Uhr MESZ, ab 20:15 Uhr im DW-Liveticker).

Im März hätte Pizarro auch in der Bundesliga gerne für Werder in München gespielt, damals aber fiel er verletzt aus und musste bei der 0:5-Klatsche der Bremer tatenlos zusehen. Nun ist er wieder fit und in Form. Am Wochenende erzielte er beim 3:2 gegen den VfL Wolfsburg sein 102. Tor für Werder und ist damit nun Bremer Bundesliga-Rekordschütze.

Gerne würde er nun auch seine Münchener Ex-Kollegen mit Toren ärgern. "Im Pokal kann immer etwas passieren" sagte Pizarro im "Kicker". "Bayern ist stark, Bayern ist Favorit. Doch in unserer Mannschaft ist wieder die Lust am Fußball geweckt worden. Das sollten wir nutzen." Dabei hat Bremen eigentlich andere Sorgen als die Teilnahme am Pokalfinale in Berlin.

Anzeigetafel im Bremer Stadion zum Torrekord von Claudio Pizarro (Foto: picture-alliance/dpa/C. Jaspersen)

Mit einem verwandelten Elfmeter gegen Wolfsburg machte sich Pizarro zum Bremer Rekord-Torschützen

Werder ist immer noch mitten im Abstiegskampf. Bereits am Freitagabend steht beim Hamburger SV das nächste Endspiel um den Klassenerhalt an. Doch das Halbfinale gegen die Bayern abzuschenken und sich für den HSV zu schonen, kommt für Pizarro nicht in Frage. "Keinesfalls! Ein Pokalfinale ist geil, das wollen wir erreichen." Der 37-Jährige muss es wissen. Immerhin holte er 2009 mit Werder den Pott, dazu fünf weitere Male mit den Bayern (2003, 2005, 2006, 2013, 2014). Sollte er es diesmal erneut nach Berlin schaffen, wäre das allerdings nicht viel mehr, als ein Sonnenstrahl in einer ansonsten verregneten Saison. Priorität hat ganz klar der Klassenerhalt.

Guardiola warnt vor Werder und Pizarro

Für die Bayern stellt das Halbfinale gegen Bremen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum angestrebten Triple dar. Den ersten Titel, die Meisterschaft, hat der FC Bayern so gut wie sicher. Noch zwei Siege fehlen - im Grunde reine Formsache. Keine reine Formalie ist dagegen in den Augen von Bayern-Coach Pep Guardiola die Pokalpartie gegen Bremen. "Nur wegen der Trikots von Bayern München erreicht man nicht das Finale", warnte er eindringlich. Bremen habe in dieser Pokal-Saison schließlich schon "Wahnsinniges" vollbracht, nämlich: das Achtelfinale in Gladbach gewonnen, das Viertelfinale in Leverkusen. Für Guardiola heißt das: "Es ist ein Spiel, und in einem Spiel kann alles passieren." Anders formuliert: "Werder Bremen kann bei Bayern München gewinnen." Und auch Pizarro machte Guardiola als Gefahr aus: "Claudio ist einer der besten Mittelstürmer, die ich kennengelernt habe. Im Strafraum ist er Wahnsinn."

Pep Guardiola im Gespräch mit Claudio Pizarro (Foto: picture-alliance/dpa/D.Hecker)

Pep Guardiola adelt Claudio Pizarro als "Wahnsinn" - einen neuen Vertrag bei Bayern gab es im Sommer dennoch nicht

Daran, dass die Mannschaft des FC Bayern qualitativ sehr viel besser ist als die des SV Werder, besteht kein Zweifel. Allerdings wird es für Guardiola vor allem darauf ankommen, seine Spieler wach und fokussiert zu halten. In der Bundesliga kann am Samstag in Berlin vorzeitig der historische vierte Titel nacheinander klargemacht werden, danach kommt das Halbfinale der Champions League gegen Atletico Madrid. Da kann es schnell passieren, dass die Konzentration auf ein Pokal-Halbfinale gegen einen eigentlich unterlegenen Gegner schwerfällt. Guardiola mahnte daher: "Wenn unser Kopf ist nicht bei Werder Bremen ist, dann ist Werder Bremen im Finale."

Kapitän Philipp Lahm erwartet eine defensive Aufstellung des Gegners und forderte: "Wir müssen schneller spielen als am Samstag gegen Schalke, aber ich mache mir keine Sorgen." Berlin, so Lahm, "würden wir gerne wieder mitnehmen", denn: "Das ist immer was Schönes." Sollten die Bayern es nach Berlin schaffen, es wäre die 21 Endspielteilnahme der Münchener. 17 Mal gewannen sie den Pokal. Und auch die Pokal-Statistik gegen Werder zeigt eine klare Tendenz: Bei bislang acht Duellen gelang den Bremern nur ein Erfolg, allerdings ein wichtiger: Im Finale 1999 setzten sie sich im Elfmeterschießen durch.

Das Halbfinale im DFB-Pokal zwischen dem FC Bayern München und dem SV Werder Bremen können Sie im DW-Liveticker mitverfolgen. Um 20:15 Uhr MESZ, eine Viertelstunde vor Anpfiff, geht es los.

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