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Kultur

Pixel kennen keine Grenzen

Pixar und Disney sind die Animations-Gurus. Trotzdem wollen Europas Trickfilmer den Amerikanern die Stirn bieten. Bei der "Cartoon Movie" vereinen sie sich - auf der Suche nach Verleihern, Ko-Produzenten und Geldgebern.

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Europa macht gemeinsam Filme - wie "Das Rennen von Belleville"

Damit sie wissen, was in Europa an Animationsfilm-Projekten gerade läuft, kommen einmal im Jahr Branchen-Profis nach Potsdam-Babelsberg ins "fx.Center" - zu einem Forum namens "Cartoon Movie", diesmal vom 11. bis 13. März 2004. Hier suchen die Menschen mit Ideen die Menschen mit Geld. Und die fertigen Filme sollen Verleiher finden. 500 professionelle Teilnehmer werden erwartet - unter anderem zur Begutachtung der Krimi-Digitalversion von "Derrick". Erstmals gibt es aber auch Veranstaltungen für Jedermann.

Von angedacht bis ganz fertig

Was nun demnächst in Babelsberg an Werken vorgestellt wird, ist schon unterschiedlich weit gediehen: Zehn Filme werden noch entwickelt, vier sind in der Produktion. Und ein Dutzend ist komplett fertig, darunter drei deutsche Projekte: "Back to Gaya" zum Beispiel erzählt von Sinu und Boo, die in einem virtuellen Paradies hausen - bis ihnen ein Professor einen Zauberstein klaut. Das Ganze wurde in Niedersachsen zusammengepixelt - "und es hat bei uns Weltpremiere", betont Michael Schmetz, Projektleiter Deutschland, gegenüber DW-WORLD. Ansonsten sei vor allem Frankreich gut vertreten, aber auch Spanien, Italien - und sogar Island, Polen, die Tschechei und Slowenien.

Cartoon Movie möchte europäische Koproduktionen herstellen. Die sollen den japanischen und amerikanischen Kollegen zeigen, wo der animierte Hammer hängt. Schmetz erklärt: "Bevor es die Cartoon Movie gab, kamen ein bis zwei europäische Animationsfilme im Jahr. Jetzt sind es acht bis zehn."

Europa vereint für Filme

Europäisches Trickfilmforum

Corto Maltese: Französischer Trick-Abenteurer auf großer Fahrt

Die Zusammenarbeit funktioniert. So mischen sich im Film "The Ugly Duckling & Me" dänische, irische und französische Animationen. "Die Koproduktionen von Deutschland und Dänemark haben auch sehr zugenommen", berichtet Schmetz.

Die Veranstalter von der European Animated Film Association sehen Unterhaltsames aus dem Animations-Computer auch wirtschaftlich ganz weit vorne. Schmetz sagt, "Cartoon Movie" habe seit der Erstausgabe 1999 60 Filmprojekte vermittelt; mit einem Finanzierungs-Umfang von 350 Millionen Euro. Statt der anfangs 20 Investoren seien nun 70 dabei.

Politiker und Banken helfen mit

Auch, wenn die digitalen Darsteller keine hollywoodmäßig horrenden Honorare verlangen: Geld zu bekommen, ist doch wichtig. Und dass das in Deutschland so gut klappt, gefällt Schmetz. "Die Investitionsbanken engagieren sich, die Filmförderung ist auch extrem stark", lobt er.

Selbst das Brandenburger Wirtschaftsministerium setze sich für die Trickfilmer ein. Für die nächsten fünf Jahre ist sicher, dass "Cartoon Movie" in Babelsberg bleibt. Schmitz nennt als Zukunftspläne "die Einbindung von Mittel- und Osteuropa, die Verstärkung des internationalen Vertriebsnetzes - und dass noch hochwertigere Filme entwickelt werden, auf der Ebene der Geschichte und des Designs".

Junge gerettet, Friede im Wald

Zum ersten Mal ist das Trickfilm-Forum nicht nur für die Profis da. Zuschauer können einige Werke sehen, bevor die ins deutsche Kino oder Fernsehen kommen. Auf der Vorführ-Liste steht unter anderem "Der Junge, der ein Bär sein wollte" - da entführt Vater Bär ein Menschenkind. Außerdem gibt's "Das große Rennen von Belleville", wo ein pummeliger Junge bei der Tour de France antritt und erst entführt, dann von seiner Oma und deren Hund gerettet wird. In "The Living Forest" bringen Maus, Katze, Maulwurf und Eiche wieder Ruhe in den Wald, und "Corto Maltese" begleitet einen Abenteurer - in Frankreich ist der Film bereits ein Kinohit.

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