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PISA-Vergleichstest

PISA-Studie: Schlechtere Noten für deutsche Schüler

Das deutsche Bildungssystem hat beim weltweiten PISA-Test einen Rückschlag hinnehmen müssen. Auch wenn Deutschland im ersten Drittel bleibt: Nachsitzen ist in den Naturwissenschaften und Mathe angesagt.

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"Das ist keine 1, das ist eine 3+"

Der beruhigende Aufwärtstrend, den Deutschland nach dem "PISA-Schock" von 2001 erlebt hat, scheint gedämpft. Beim weltweiten Schulvergleichstest "PISA 2015" erzielten die rund 10.000 geprüften 15-jährigen Schüler aus Deutschland in Naturwissenschaften und Mathematik schlechtere Ergebnisse als drei und sechs Jahre zuvor, blieben aber mit ihren Leistungen im oberen Drittel der Ranglisten. Sie landeten auf Platz 16 von 72. Leicht aufwärts bei der deutschen Punktzahl ging es im Testbereich Lesekompetenz, wie die für alle PISA-Studien zuständige Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitteilte. Die Schüler hätten sich hier "stetig verbessert". In diesem Kernbereich schnitten die 15-Jährigen so gut ab wie nie zuvor.

Deutschlands Ergebnisse im Einzelnen

Deutschland kam in Naturwissenschaften, dem PISA-Schwerpunktfach 2015, auf 509 Punkte, in Mathematik auf 506, in Lesekompetenz/Textverständnis auf 509. Die Leistungen der im April/Mai 2015 hierzulande getesteten Mädchen und Jungen lagen damit weiterhin jeweils über dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Jeder Neunte (11 Prozent) brachte bei "PISA 2015" Spitzenleistungen - drei Prozentpunkte über OECD-Niveau.

Kein Schulvergleichstest wird so genau gelesen wie die PISA-Studie. Insgesamt nahmen gut eine halbe Million Mädchen und Jungen aus rund 70 Staaten und Großregionen an dem Schulvergleichstest teil, erstmals auch im Bereich Problemlösen im Team als Indikator für soziale Kompetenz. Trotz eines ersten Leistungsknicks nach jahrelangem Aufwärtstrend beim "Programme for International Student Assessment" (PISA) steht Deutschland alles in allem solide im Vorderfeld der Ränge 10 bis 20.

PISA-Testsieger ist mit klarem Abstand wieder Singapur: In den Naturwissenschaften liegt der südostasiatische Insel- und Stadtstaat mit 556 Punkten vor Japan und Estland als bestem europäischen Land. In Mathematik rangiert Singapur mit 564 Punkten vor den chinesischen Großregionen Hongkong und Macao, in Lesekompetenz mit 535 Punkten vor Kanada und Hongkong sowie dem langjährigen europäischen PISA-Champion Finnland.

Bibbern bis zum Ergebnis

Die Schulstudie hatte vor 15 Jahren den sogenannten PISA-Schock ausgelöst, weil Deutschlands Schüler bei der ersten Untersuchung im internationalen Vergleich schlecht abgeschnitten hatten. Zudem war in kaum einem anderen Industrieland der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg enger. Seither haben Deutschlands Schüler aber aufgeholt, was sich auch bei der Vorstellung der jüngsten Ergebnisse zeigte.

Im deutschen Schulsystem habe sich in den Jahren nach der ersten PISA-Studie "enorm viel verändert", lobte OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher die Fortschritte. Die Leistungen hätten sich auf einem guten Niveau stabilisiert. Die Reformdynamik habe sich aber "deutlich abgeschwächt". Die Veränderungen direkt nach Veröffentlichung der ersten PISA-Ergebnisse 2001 hätten einen "Quantensprung" eingeleitet, aber jetzt sei ein "weiterer Quantensprung" erforderlich.

pab/stu (afp, dpa)

 

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