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Kultur

Piratendrama vor Somalia

Vor der somalischen Küste ist eine französische Luxusjacht gekapert worden. Das Schicksal der etwa 30 Geiseln ist noch ungewiss. Die französische Marine hat sich auf die Verfolgung gemacht.

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Die gekaperte Jacht "Le Ponant"

"Wir haben bislang weder mit den Piraten noch mit der Besatzung Kontakt gehabt", sagte Verteidigungsminister Hervé Morin dem Radiosender France Inter. Das Segelschiff "Le Ponant" war von den Seychellen in Richtung Mittelmeer unterwegs gewesen, als es am Freitag in internationalen Gewässern gekapert wurde.

Militärische Lösung nicht ausgeschlossen

Die etwa zehn Seeräuber nahmen die 30 Besatzungsmitglieder, in der Mehrheit Franzosen, als Geiseln. Über mögliche Forderungen wurde zunächst nichts bekannt. Passagiere waren nicht an Bord.

Die Regierung in Paris richtete ein Krisenzentrum ein. Gemeinsam mit der Reederei CMA CGM werde der Kontakt zu den betroffenen Familien hergestellt, hieß es. Die Jacht wird von einem Schiff der französischen Marine verfolgt, das sich im Rahmen des internationalen Anti-Terror-Kampfes unter US-Kommando in der Gegend befand. Morin schloss ein militärisches Eingreifen nicht aus.

Berüchtigte Küste

Karte von Somalia

Das Horn von Afrika ist eine berüchtigte Piratenküste

Die Küste vor Somalia und generell der gesamte Golf von Aden zwischen der arabischen Halbinsel und dem Horn von Afrika sind berüchtigt für Piratenüberfälle. Auch Patrouillenboote der US-Marine schrecken die meist schwer bewaffneten Täter nicht ab.

"Was normalerweise in solchen Fällen passiert, ist, dass sich die Piraten in somalische Gewässer begeben", sagte Morin. Dort würden dann spezielle Forderungen gestellt, oftmals Lösegeld. Erst vor wenigen Wochen hatten Piraten einen dänischen Frachter gegen eine hohe Lösegeldzahlung aus ihrer Gewalt entlassen. Somalische Behörden hatten damals kritisiert, die Zahlung von Lösegeld ermutige nur neue Fälle von Seeräuberei.

Die Zahl der Piratenüberfälle lag nach Angaben des International
Maritime Bureau (IMB) im Jahr 2007 mit 263 Attacken weltweit um etwa zehn Prozent über der von 2006. Dabei habe die Gewalt gegen die Besatzungen spürbar zugenommen, hieß es vom IMB. 64 Seeleute seien verletzt, 292 als Geiseln genommen worden. (wga)

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