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Afrika

Piraten lassen entführte Seeleute frei

Die zwölf vor der Küste Nigerias verschleppten Seeleute, darunter auch zwei Deutsche, sind wieder frei. Seeräuber hatten am Freitag die "BBC Polonia" geentert und dabei ein Besatzungsmitglied verletzt.

Ölförderanlagen im Nigerdelta (Archivfoto: dpa)

Ölförderanlagen im Nigerdelta (Archivfoto)

Die Seeleute seien unverletzt und wohlauf, teilte ein Sprecher des nigerianischen Militärs am Sonntag (04.07.2010) mit. Ob für die Freigabe ein Lösegeld bezahlt wurde, wollte der Sprecher nicht sagen. An Bord des Handelsschiffes "BBC Polonia" waren neben den beiden Deutschen auch sieben Russen, ein Litauer, ein Lette sowie ein Ukrainer.

Die freigelassenen zwölf Besatzungsmitglieder wurden zunächst auf einen Fischtrawler vor dem Niger-Delta gebracht. Dort sollten sie gründlich medizinisch untersucht und auch über den Ablauf der Ereignisse befragt werden.

Das Auswärtige Amt bestätigte, dass die beiden Deutschen freigelassen wurden und sich in der Obhut der nigerianischen Behörden befinden.

Verlassenes Schiff von Marine sichergestellt

Die Seeräuber hatten am Freitagabend die unter deutscher Flagge fahrende "BBC Polonia" in den Gewässern des Bundesstaates River State vor dem Nigerdelta geentert. Dabei war ein Besatzungsmitglied verletzt und von den Piraten an Bord zurückgelassen worden. Der angeschossene Ukrainer wurde ins Krankenhaus gebracht, sein Zustand soll stabil sein.

Ölanlagen bei Port Harcourt/Nigeria (Archivfoto: dpa)

Ölanlagen bei Port Harcourt/Nigeria

Marinesoldaten hatten das verlassene Schiff nach dem Überfall sichergestellt. Es liege in dem Hafen Bonny vor Anker, nicht weit entfernt von der Öl-Metropole Port Harcourt, hieß es.

Immer mehr Überfälle vor Nigerias Küste

Piratenüberfälle auf Schiffe im Golf von Guinea sind keine Seltenheit. Vor allem vor der nigerianischen Küste häufen sich die Vorfälle. Erst am 27. Juni hatten Piraten in Schnellbooten einen Schüttgutfrachter vor dem Nigerdelta angegriffen. Die Besatzung konnte den Angriff abwehren, ein Seemann wurde dabei angeschossen, allerdings nur leicht verletzt, wie die Internationale Seefahrtsbehörde (IMB) mitteilte.

Allein im vergangenen Jahr gab es 28 Angriffe auf Schiffe vor der Küste Kenias. Die IMB geht allerdings davon aus, dass es rund 30 weitere Angriffe gab, die nicht gemeldet worden sind, weil Schiffseigner zum Beispiel befürchteten, dass ihre Versicherungsbeiträge erhöht werden könnten.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, ap, afp)
Redaktion: Hartmut Lüning

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