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Kultur

Piraten kapern japanischen Frachter

Trotz der Präsenz von Kriegsschiffen gelingt es Piraten vor der somalischen Küste immer wieder, andere Schiffe zu kapern. Ein japanischer Frachter ist nun das siebte "Entführungsopfer" binnen neun Tagen.

Motorboot mit mehreren Personen (8.10.2008, Quelle: AP)

Im Schnellboot zum großen (Löse-)Geld: Piraten sind mit Entführungen immer wieder erfolgreich (Archiv)

Piraten vor der somalischen Küste haben am Sonntag (16.11.2008) trotz aller internationalen Abwehrmaßnahmen einen Frachter mit 23 Seeleuten entführt. An Bord der in Panama registrierten, einer japanischen Reederei gehörenden "Chemstar Venus" waren nach Angaben des südkoreanischen Außenministeriums fünf sürdkoreanische und 18 philippinische Besatzungsmitglieder. Die bewaffnete Gruppe habe den Frachter 155 Kilometer östlich der jemenitischen Hafenstadt Aden gekapert. Das Schiff ist mit Chemikalien beladen, der genaue Inhalt der Ladung war zunächst nicht bekannt.

Fünf Entführungen in neun Tagen

Schnelboot neben einem Frachtschiff (Quelle: AP)

Ende September kaperten Piraten den ukrainischen Frachter 'Faina' (Archivbilder)

Seit dem 7. November verzeichnete das Internationale Marinebüro in Malaysia damit fünf Schiffsentführungen im Golf von Aden, der das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet und mit jährlich 20.000 Passagen eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt ist. Insgesamt wurden in dem Gewässer in diesem Jahr bereits 30 Schiffe von Piraten gekidnappt.

In der Regel geht es den Piraten um Lösegeldzahlungen. Am Sonntag wurde ein Schiff mit 18 indischen Seeleuten freigegeben, dafür wurde nach Angaben aus indischen Schifffahrtskreisen ein Lösegeld gezahlt. Über die Höhe wurde nichts bekannt.

Kriegsschiffe gegen Motorboote

Kolonne von Kriegsschiffen (Quelle: dpa)

Trotz der Präsenz von Kriegsschiffen der Nato und Russlands gehen die Entführungen weiter

Eine russische Fregatte vereitelte unterdessen einen Angriff auf ein saudiarabisches Schiff. Sie habe am Samstag drei Frachter eskortiert, als der Notruf der von mehreren Piraten-Schnellbooten angegriffenen "Rabih" einging, sagte ein russischer Marinesprecher. Die Piraten hätten sich zurückgezogen, als ein Kampfhubschrauber der Fregatte eintraf.

Neben sieben Kriegsschiffen der NATO kreuzen im Seegebiet zwischen Somalia und dem Jemen Einheiten der 5. US-Flotte sowie russische und indische Kriegsschiffe. Die 5. US-Flotte hat nach eigenen Angaben seit dem 22. August rund zwei Dutzend Piratenangriffe im Golf von Aden zurückgeschlagen. Die südkoreanische Regierung erwägt derzeit, sich mit der Entsendung eines Kriegsschiffes am dem Anti-Piraten-Einsatz vor der Küste Somalias zu beteiligen. (rri)

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