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Europa

Pioniere auf dem Traktor

Die Landwirtschaft ist die Hauptquelle für die Emission von Stickstoff und Methan - beides sind Treibhausgase. Einige Bauern in Frankreich wollen das ändern und setzen auf integrierte statt auf intensive Landwirtschaft.

Der Landwirt steht vor seinem Hof (Foto: Suzanne Krause)

Jean-Pierre Poletz setzt auf "integrierte Landwirtschaft" - als einer der ersten

Jean-Pierre Poletz und sein Bruder sind umweltbewusste Bauern. Sie düngen mit Kuhmist, sparen an Pestiziden und träumen von Windrädern auf ihren Feldern. „Ich will das Klima und die Umwelt keinesfalls auf dem Gewissen haben“, sagt Jean-Pierre. Seit 2003 nimmt er darum an einem Pilotprojekt des INRA teil. Das staatliche Institut, für das das Forschungsministerium und das Ministerium für Landwirtschaft und Fischereiwesen zuständig sind, will den Bauern helfen, umweltschonendere Verfahren in der Landwirtschaft einzuführen.

Kuhmist statt Stickstoff

Kühe stehen im Stall (Foto: Suzanne Krause)

Neben Milch geben die Kühe auch Kuhmist - als Dünger

Das Projekt mit dem Namen "integrierte Landwirtschaft" scheint erfolgreich zu sein: Die Bauern hätten rund 20 Prozent Stickstoff weniger eingesetzt, sagt Mischler. "Das verringert den Ausstoß von Treibhausgasen schon gewaltig." Jean-Pierre Poletz trägt ebenfalls dazu bei, indem er mit Kuhmist seine Felder düngt. Das sei billiger als chemischer Dünger. "Und er ist reicher an Nährstoffen als ein Kunstdünger. Mir scheint, dass der Boden damit lebendiger bleibt", sagt Poletz.

Mit Stickstoff düngt Poletz nur noch, wenn es unumgänglich erscheint. Und vorher misst er, wie viel von dem Gas bereits im Boden ist. Dank der Experten vom nationalen Agrarforschungsinstitut INRA weiß der Landwirt, wie schädlich Stickstoff für das Klima ist. Die Herstellung verschlingt viel Energie und produziert damit viel CO2. Bei der Überdüngung der Felder entstehen Methan und Lachgas - beides harte Klimakiller.

Energie sparen beim Traktor Fahren

Ein weiterer Erfolg des Projektes: Den acht beteiligten Höfen gelang es, den Pestizid-Einsatz um die Hälfte zu reduzieren. Alle Projektteilnehmer setzen heute bei der Unkrautbekämpfung verstärkt auf Maschinen und nicht auf chemische Keulen. Außerdem hat das INRA eine robuste Weizensorte entwickelt, die weniger anfällig für Insektenbefall ist. Die Bauern müssen dann weniger Pestizide benutzen.

Pierre Mischler im Porträt (Foto: Pierre Mischler, Agro-Transfert)

Pierre Mischler leitet das Projekt der "integrierten Landwirtschaft"

Projektleiter Pierre Mischler verrät den Landwirten auch andere Tricks: beispielsweise auf einem Feld gleichzeitig Getreide und Erbsen anzubauen. Die Erbsen binden Stickstoff aus der Luft und das bringt Dünger für das Getreide. Manche Bauern drosseln auch ihre Landmaschinen, um Energie zu sparen. Jean-Pierre Poletz fährt beispielsweise ganz bewusst nicht den PS-stärksten Traktor. Und er träumt von Sonnenkollektoren oder dem Einsatz von Windkraft für seinen Hof - um im Bereich Energie so autonom zu werden, wie seine Vorfahren es waren.

Selbst wenn der Ernteertrag etwas geringer ausfällt: Jean-Pierre Poletz muss weniger Geld für Kunstdünger und Pestizide ausgeben. Im Vergleich zu seinen Nachbarn, die noch auf konventionellen Anbau setzen, macht er mit der so genannten integrierten Anbauweise also sogar mehr Gewinn.


Autorin: Suzanne Krause
Redaktion: Julia Kuckelkorn

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