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Aktuell Welt

Piloten waren überfordert

Knapp drei Jahre nach dem Absturz der Air France-Maschine vor der Küste Brasiliens legt die Luftfahrtermittlungsbehörde BEA ihren Abschlussbericht vor. Menschliches Versagen ist einer der Gründe für das Unglück.

Im Cockpit des Flugzeugs herrschte Unsicherheit. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den die Unfallermittler in Le Bourget vorstellten. Obwohl die Situation hätte beherrscht werden können, machten die Piloten Fehler. Nachdem die Geschwindigkeitsmesser vereisten und nicht mehr richtig funktionierten, waren sie überfordert und verloren die Kontrolle über das Flugzeug, heißt es weiter.

Der Flug AF 447 sollte am 1. Juni 2009 von Rio de Janeiro nach Paris gehen. Doch die Maschine der Air France kam in eine Unwetterfront und stürzte vor der Küste Brasiliens ab. Alle 228 Menschen an Bord starben, darunter 28 Deutsche.

Piloten unterschätzten die Gefahr

Die zwei Piloten hätten nicht begriffen, dass das Flugzeug ausgesetzt habe, sagte der Chefermittler der Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA), Alain Bouillard. Sie “waren in einer Situation, in der ihnen fast gänzlich die Kontrolle entglitten war“. Am Ende sei eine Kombination aus “menschlichen und technischen Faktoren“ für den Absturz verantwortlich, heißt es in seinem Bericht.

Im Mai 2011 geborgener Flugschreiber dpa

Im Mai 2011 geborgener Flugschreiber

Vor allem die Auswertung des Flugschreibers der Unglücksmaschine hatte der Behörde zu den Erkenntnissen verholfen. Fast zwei Jahre fast hatte die BEA nach dem Gerät gesucht. Erst nach mehreren vergeblichen Suchaktionen fand sie es im Mai 2011 in rund 4000 Metern Meerestiefe.

Justiz soll Verantwortliche benennen

Es ging den Ermittlern ausdrücklich nicht darum, Verantwortliche zu bennen. Dies betonte BEA-Chef Jean-Paul Troadec, als er den Abschlussbericht vorstellte. Das sei nicht Aufgabe seiner Behörde sondern der Justiz. Diese ermittelt zwar seit langem in dem Fall, hat aber bislang kein Anklageverfahren eingeleitet.

Das Abschlusspapier der BEA ist ein rein technisches. Die Behörde gibt 25 Empfehlungen, wie die internationale Flugsicherheit künftig besser werden soll. Dazu gehört eine bessere Ausbildung für Piloten, die auf solche Extremsituationen vorbereitet werden müssten. Die Angehörigen der Opfer forderten, die Empfehlungen umzusetzen.

nem/uh (dpa, dapd, afp)