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Wirtschaft

Piloten- und Lokführerstreiks belasten Reisende

Gerade erst waren zehntausende Pendler und Reisende vom Streik der Lokführer betroffen. Jetzt haben die Piloten der Billigfluglinie Germanwings in Deutschland einen Arbeitskampf begonnen.

Anzeigetafel im Hauptbahnhof Berlin weist auf Lokführerstreik hin (dpa)

Anzeigetafel im Hauptbahnhof Berlin

Auch nach dem Ende des Lokführerstreiks am frühen Donnerstagmorgen müssen sich Bahnreisende bis weit in den Tag hinein auf Verzögerungen und Ausfälle im Regional- und Güterverkehr sowie bei den S-Bahnen einstellen. Am Mittags traten wie angekündigt die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings bundesweit in den Ausstand. Sie legen für zwölf Stunden die Arbeit niederlegen, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mitteilte. Das Unternehmen musste etwa 100 Flüge streichen. Damit fällt am Donnerstag jede fünfte Verbindung aus. Betroffen seien vor allem innerdeutsche Strecken, erklärte Germanwings.

Reisende werden damit doppelt hart getroffen. Der 14-stündige Streik der Bahn ist der längste im gegenwärtigen Tarifstreit. Nur ein Drittel der Fernzüge erreichte laut Bahn auch sein Ziel. Besonders stark betroffen war Ostdeutschland.

Kein Kompromiss in Sicht

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verlangt fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will ferner auch für das übrige Zugpersonal verhandeln. Die Bahn will dagegen verhindern, dass die GDL auch die Rechte der Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten vertritt.

Grund für den Pilotenstreik ist der Konflikt um die Übergangsrente von rund 5400 Piloten und Co-Piloten bei den Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings. Auch für die kommenden Wochen hat VC weitere Streiks angekündigt - allerdings ohne genauen Termin. Die Gewerkschaft wirft der Fluglinie vor, bislang alle Kompromissvorschläge zurückgewiesen zu haben.

Bisher konnten Piloten mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen - diese Altersgrenze will die Lufthansa nun auf 60 Jahre anheben. Zudem soll das durchschnittliche Alter, mit dem Mitarbeiter ausscheiden, von 58 auf 61 Jahre erhöht werden. Durch den laufenden Arbeitskampf hat die Lufthansa laut eigener Aussage bereits jetzt Gewinnausfälle von mindestens 70 Millionen Euro.

js/se/kle (dpa, rtr, afp)