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Wirtschaft

Piloten setzen Streik bei Lufthansa-Töchtern fort

Die Lufthansa hat mitten in der Hauptreisezeit weiter mit Streiks zu kämpfen. Zu den Arbeitsniederlegungen von Piloten könnte auch noch ein Arbeitskampf des Servicepersonals kommen.

Menschen vor Lufthansa-Schild Foto: Maurizio Gambarini dpa/lno +++(c) dpa - Bildfunk+++

Wegen der Streiks bildeten sich auf Flughäfen wie hier in Hamburg lange Menschenschlangen.

Am Mittwoch (23.07.2008) mussten wegen des noch andauernden Pilotenstreiks bei den Lufthansa-Tochtergesellschaften Eurowings und Cityline erneut europaweit tausende Passagiere umgebucht werden oder auf Zugverbindungen ausweichen. Der insgesamt 36-stündige Streik betraf alle von den beiden Linien angeflogenen Flughäfen und sollte erst um Mitternacht beendet werden. Mehr als 500 Flüge wurden gestrichen, nachdem bereits am Dienstag weit mehr als 400 ausgefallen waren. Auch die Großflughäfen Frankfurt am Main und München waren betroffen.

Die Lufthansa teilte mit, es habe keine langen Schlangen an den Schaltern gegeben. Die Passagiere hätten sich offenbar auf den Streik eingestellt.


Auf gepackten Koffern sitzen zwei Frauen am Dienstag (22.07.2008) unter der Anzeigentafel in der Halle B von Terminal 1 des Flughafens in Frankfurt am Main. Nachdem die Pilotenvereinigung Cockpit ihre Piloten zu einem Streik bei zwei Lufthansa-Töchtern aufgerufen hat, rechnen Beobachter bis zum Ende des Streiks am Mittwoch mit einer erhöhten Zahl an Flugausfällen auf der Kurz- und Mittelstrecke. Foto: Boris Roessler dpa/lhe +++(c) dpa - Report++

Ratlos vor der Anzeigentafel auf dem Flughafen in Frankfurt, Main


Angebot ausgeschlagen

Die Piloten verlangen in den laufenden Tarifauseinandersetzungen ein höheres Angebot. Die Lufthansa indes will nach Angaben der Sprecherin vorerst nicht nachlegen. Das Unternehmen appelliere an die Vernunft der Vereinigung Cockpit, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen, sagte ein Sprecher am Nachmittag.

Lufthansa bietet den Piloten von Cityline insgesamt 5,5 Prozent mehr Geld plus eine Einmalzahlung. Den Eurowings-Piloten bietet der deutsche Branchenprimus 6,5 Prozent und eine Einmalzahlung.

Die Leiterin Tarifpolitik bei Cockpit, Ilona Ritter, sagte der Nachrichten-Agentur AP, sollte sich die Lufthansa nicht bewegen, seien auch unbefristete Streiks nicht ausgeschlossen. Doch zunächst wolle Cockpit warten, ob das Unternehmen sich nicht doch noch auf die Piloten zubewege.

Cityline ist vollständig in Besitz der Lufthansa. Die Tochter Eurowings gehört der Fluggesellschaft zu knapp 50 Prozent, wird aber operativ von der Lufthansa geführt. Beide Gesellschaften bedienen Regionalstrecken in Europa und Deutschland. Sie leisten damit wichtige Zubringerdienste, etwa für Interkontinentalflüge ab Frankfurt oder München. Cityline beschäftigt 736 Piloten und Eurowings 344. Vor allem Geschäftsreisenden nutzen die beiden Fluggesellschaften.

Unbefristeter Streik des Boden- und Kabinenpersonals droht

Bereits am Wochenende könnte es zu weiteren Streiks kommen, denn die Gewerkschaft ver.di lässt derzeit ihre Mitglieder unter den insgesamt rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine über einen unbefristeten Ausstand abstimmen. Am Freitag soll das Ergebnis der Urabstimmung bekanntgegeben werden, am Wochenende könnte es dann theoretisch die ersten Arbeitsniederlegungen geben. Die Tarifverhandlungen waren am 10. Juli gescheitert.

Im Gegensatz zum Streik der Piloten bei bei Cityline und Eurowings, die von Cockpit komplett zu 36 Stunden Streik aufgerufen worden waren, will ver.di die Streiks jeweils auf einzelne Bereiche beschränken. So sollen nicht alle Lufthansa-Beschäftigten zur selben Zeit die Arbeit niederlegen, vielmehr würden nacheinander strategische Punkte bestreikt, hieß es. Im Laufe der Zeit sollen aber alle Bereiche nacheinander erfasst werden. (mas)

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