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Wirtschaft

Piloten drohen erneut mit Streik

In dem seit Monaten laufenden Tarifstreit der Lufthansa mit den Piloten bauen sich neue Hürden für eine mögliche Schlichtung auf. Nun drohen weitere Streiks. Wohl aber erst nach Weihnachten.

Im Tarifkonflikt mit den Piloten lehnt die Lufthansa eine Gesamtschlichtung ab. Entgegen den Forderungen der Piloten seien für die Konzernleitung die Pläne für die Billig-Tochter Eurowings in einer Schlichtung nicht verhandelbar, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag in Frankfurt.

Eurowings sei "kein tarifvertraglich zu regelndes Thema". Es handle sich nicht um eine tarifvertragliche, sondern um eine unternehmerische Entscheidung.

Die Gewerkschaft reagierte enttäuscht. Der Sprecher der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Jörg Handwerg, entgegnete der Konzernleitung: "Das zeigt, dass das Management nicht an einer Befriedung des Unternehmens interessiert ist."

Weihnachtsurlauber müssen bangen

Die Gewerkschaft werde Anfang des Jahres entscheiden, ob sie unter diesen Umständen das Schlichtungsangebot annehmen werde oder die Piloten möglicherweise erneut in den Streik treten müssten. Die Gewerkschaft schloss für die Weihnachtsfeiertage vom 24. bis 26. Dezember Streiks jedoch aus. "Alles andere lassen wir offen", sagte ein VC-Sprecher.

Die Lufthansa will künftig neben ihrer traditionellen Flotte mit einer neuen Billig-Airline auf den Markt gehen. Sie soll Ende kommenden Jahres unter dem Namen Eurowings starten. Neben günstigen Kurzstreckenflügen will die Airline auch kostengünstige Langstrecken anbieten. Eurowings-Piloten und -Angestellte sollen weniger verdienen als bei der Muttergesellschaft. Die VC wehrt sich dagegen: Sie will bei der Besetzung der Cockpits und der Bezahlung der Piloten mitreden.

Deutschland Pilotenstreik Frankfurt 02.04.2014 Jörg Handwerg Cockpit

VC-Sprecher Jörg Handwerg gibt sich kämpferisch

Nach wiederholten Streiks der Piloten hatte die Lufthansa Anfang Dezember ein Schlichtungsangebot unterbreitet. Sie blitzte damit bei der VC aber ab, da sie nur über die sogenannte Übergangsversorgung und nicht über alle offenen Verträge verhandeln will. Die Konzernleitung zeigte sich aber bereit, unter bestimmten Voraussetzungen weitere offene Verträge in die Schlichtung einzubeziehen.

Sechs Tarifverträge sind offen

Im Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und Cockpit gibt es laut Sprecher insgesamt sechs offene Verträge, darunter Verträge zu Gehältern, zu den Rechten der Personalvertretung und zum Manteltarifvertrag sowie zu den Betriebsrenten und zur Übergangsversorgung.

Besonders umstritten ist die Übergangsversorgung, bei der die Lufthansa ihren Piloten, die vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Beruf ausscheiden, ein Übergangsgehalt bis zum gesetzlichen Renteneintritt zahlt. Das Unternehmen will die Altersgrenze von 55 Jahren anheben, ab der ihre Piloten bislang in den bezahlten Frühruhestand gehen können. Außerdem sollen künftige Piloten nach Plänen der Lufthansa überhaupt keine betriebliche Frührente mehr erhalten. Gegen diese Regelung hat Cockpit bereits elf Mal gestreikt.

jw/hb (afp, dpa, rtr)

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