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Musik

Ein Leben im Dienste der Musik – Pierre-Laurent Aimard mit Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet

Im Vordergrund soll die Musik stehen, sagt der Pianist Pierre-Laurent Aimard und setzt genau das in die Tat um. Dafür bekam er jetzt den Ernst-von-Siemens-Musikpreis, der als Nobelpreis der Musik gilt.

Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard hat am Abend im Münchner Prinzregententheater den Ernst-von-Siemens-Musikpreis verliehen bekommen. Die Laudatio hielt der Komponist und Dirigent George Benjamin. Aimard wird für "ein Leben im Dienste der Musik" ausgezeichnet. In der Begründung heißt es: "Pierre-Laurent Aimard ist Lichtgestalt und internationale Schlüsselfigur im Musikleben unserer Zeit." Alles was er spiele, sei klar und lebendig.

Trotz dieser in Deutschland höchsten Musikauszeichnung, die mit 250.000 Euro dotiert ist, bleibt Armand bescheiden. "Musiker sollten die Musik beleuchten, nicht sich selbst – in diesem Sinne dienen wir ihr", so der Musiker. Die gleichnamige Stiftung hatte den Preisträger bereits Ende Januar bekanntgegeben. Der Musikpreis gilt als eine der weltweit renommiertesten Würdigungen der klassischen Musik. Neben dem Hauptpreis gibt es auch Förderpreise für Komponisten. Sie gehen in diesem Jahr an den Schweizer Michel Pelzel, an Simon Steen-Andersen aus Dänemark und an die Schwedin Lisa Streich.

USA Pierre-Laurent Aimard spielt in der Carnegie Hall in New York (Getty Images/AFP/J. Samad)

Pierre-Laurent Aimard spielt in der Carnegie Hall in New York

Der Ernst-von-Siemens-Musikpreis erinnert an den Industriellen und Kunstmäzen Ernst von Siemens (1903–1990). Seit 1947 wird mit diesem Preis jedes Jahr ein herausragender Komponist, Interpret oder Musikwissenschaftler geehrt.

Aufgewachsen mit zeitgenössischer Musik

Aimard wurde am 9. September 1957 in Lyon geboren und fing mit fünf Jahren an Klavier zu spielen. Bereits mit zwölf studierte er am Conservatoire Supérieur de Paris. Durch seine Lehrerin Yvonne Loriods, der Frau des zeitgenössichen Komponisten Olivier Messiaens, kam er früh mit moderner Musik in Berührung. Pierre Boulez nahm ihn später in den Kreis der Musiker des neu gegründeten Ensemble intercontemporain auf. "Vor zeitgenössischer Musik hatte ich schon damals keine Scheu", sagt Aimard. "Meine Lehrer waren wunderbare Musiker und Komponisten, deren Leidenschaft für die Musik man sich kaum entziehen konnte. Bei mir ist diese Leidenschaft auf fruchtbaren Boden gefallen."

Aimards Karriere in Deutschland

Als Pianist ist Pierre Laurent Aimard in den größten Konzerthäusern der Welt gefragt. Von 2009 bis 2016 war er künstlerischer Leiter des englischen Aldeburgh Festivals. In Deutschland lehrt der 59-Jährige als Professor an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und ist seit 2012 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Gewürdigt wird die Bandbreite seines Repertoires. In einem Essay der Ernst-von Siemens-Musikstiftung heißt es: "Pierre-Laurent Aimard verkörpert einen Interpretentypus, für den es nur die Musik im Singular gibt, in Zeiten wachsender Spezialisierung und Fragmentierung des Musiklebens eine absolute Ausnahmeerscheinung". Aimard steht in der Nachfolge von früheren Preisträgern wie dem Dirigenten Mariss Jansons und der Geigerin Anne-Sophie Mutter.

gr/nf/ash (dpa/afp)

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