Piëch nach VW-Machtkampf auf Tauchstation | Wirtschaft | DW | 13.05.2015
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Wirtschaft

Piëch nach VW-Machtkampf auf Tauchstation

Der Showdown bleibt aus: Ferdinand Piëch lässt die Hauptversammlung der Porsche-Dachgesellschaft in seinem Terminkalender ausfallen. Ob er nach dem Machtkampf bei VW Ruhe gibt, darf aber bezweifelt werden.

Die mit Spannung erwartete öffentliche Konfrontation des im VW-Machtkampf unterlegenen Firmenpatriarchen Ferdinand Piëch mit seinen Widersachern steht nach wie vor aus. Nach seinem Rücktritt als Aufsichtsratschef von Volkswagen im vergangenen Monat nahm Piëch am Mittwoch nicht an der Hauptversammlung des VW-Großaktionärs Porsche SE in Stuttgart teil.

Piechs Cousin Wolfgang Porsche, der dessen Attacke auf VW-Chef Martin Winterkorn mit abgewehrt hatte, ging davon aus, dass Piëch Porsche-SE- und damit VW-Aktionär bleibt, ganz sicher war er aber nicht. Auf die Frage, ob das Bekenntnis der Porsche SE zur Verantwortung für VW auch Piech einschließe, sagte er vorsichtig: "Wahrscheinlich ja."

Ein Familientreffen

Die Führungsspitze der Porsche SE und des Volkswagen-Konzerns ist personell identisch, sodass die Hauptversammlung der SE einem Familientreffen gleicht. VW-Chef Winterkorn und VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sind zugleich im Holding-Vorstand. VW-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche ist Aufsichtsratschef der Porsche SE, Piëch im Kontrollgremium der SE. Piech ist mit gut 13 Prozent an der Porsche SE beteiligt und verfügt damit über gut drei Prozent der VW-Stammaktien, denn die Porsche SE hält 51 Prozent der VW-Stammaktien. Er hatte Insidern zufolge im Streit über Winterkorn mit einem Verkauf seiner Anteile gedroht.

Unter den Porsche-Aktionären hielt sich die Aufregung in Grenzen, es herrschte Bedauern über das Fehlen von Piëch, der als Enkel des Käfer-Konstrukteurs Ferdinand Porsche VW erst als Vorstandschef, dann als Oberaufseher zum Weltkonzern aufgebaut hatte.

zdh/wen (dpa, rtr)