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Volkswagen

Piëch belastet Winterkorn

In der Affäre um die gefälschten Abgaswerte bei VW hat der frühere Firmenpatriarch Piëch offenbar den abgetretenen VW-Chef Winterkorn beschuldigt: Der hätte schon früher Bescheid gewusst als zugegeben.

Deutschland VW-Affäre Piëch und Winterkorn (picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte)

Ferdinand Piëch (links) und Martin Winterkorn

Die Meldung hat es in sich. Immer wieder hatte der seinerzeit verantwortliche Vorstandsvorsitzende von VW beteuert, er habe erst im September 2015 von der Diesel-Affäre erfahren. Martin Winterkorn hatte zuletzt vor dem VW-Untersuchungsausschuss des Bundestags erneut verneint, schon früher etwas gewusst zu haben.

Nun berichtet der "Spiegel" von einer Aussage des früheren VW-Bosses Piëch gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die in der Affäre ermittelt. Piëch habe ausgesagt, dass Winterkorn früher als bislang eingeräumt von den Unregelmäßigkeiten wusste. Piëch gab demnach an, Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis erhalten zu haben, dass der Autobauer Abgaswerte manipuliere und deswegen ein "großes Problem" in den USA habe. US-Behörden hätten bereits entsprechende Hinweise an den Konzern weitergeleitet. Darauf angesprochen, habe Winterkorn ihm versichert, ein solches Papier aus den USA existiere nicht, sagte Piëch dem "Spiegel"-Bericht zufolge.

Machtkampf mit Winterkorn

Winterkorn war kurz nach Bekanntwerden des Skandals im September 2015 als Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns zurückgetreten. Bereits Ende April 2015 hatte Piëch - selbst lange Jahre Vorstandschef - das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden niedergelegt. Hintergrund soll ein Machtkampf mit Winterkorn gewesen sein.

Die Braunschweiger Staatsanwälte ermitteln gegen Winterkorn wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation. Winterkorns Anwälte teilten mit, ihr Mandant habe erst vor wenigen Tagen von der Existenz einer Aussage Piëchs erfahren. Winterkorn kenne jedoch noch keine Details und werde sich vorerst nicht äußern. Auch von der Staatsanwaltschaft Braunschweig gab es bei Bekanntgabe des Berichts im "Spiegel" keine Stellungnahme.

ar/ul (dpa, afp)

 

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