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Kultur

Phoenix aus dem Wasser

Die Berliner Schwimmerin Franziska von Almsick hat wieder Oberwasser. Denn bei der Schwimm-EM produziert sie nicht mehr nur Schlagzeilen, sondern auch sportliche Bestleistungen.

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Hat Hunger auf noch mehr Gold: Franziska van Almsick

"Es passt im Moment so perfekt, wie es noch nie in meinem Leben zusammen gepasst hat", sagt "Franzi" von sich selbst. Zehn Jahre nach dem Karrierestart als Ausnahmeschwimmerin ist sie mit 24 Jahren so motiviert wie lange nicht mehr. Vergessen sind die Schattenseiten ihrer Karriere, die in der öffentlichen Schmähung des Schwimmtalents nach der verpatzten Olympiateilnahme von Sydney 2000 gipfelten. Heute jagt ein Superlativ den anderen. Die italienische "Gazzetta dello Sport" widmete ihr die Überschrift "sempre divina", "ewig göttlich."

Trainer Norbert Warnatzsch hofft nun, dass seine Schülerin weiter macht. "Er gibt mir den letzten Kick", so die Sportlerin über ihren Motivator. Nach neun Jahren schwamm Franzi nämlich wieder persönliche Bestzeit über 100 Meter Freistil. Der erste EM-Einzeltitel seit 1995 hat sie nach zwei Mal Staffel-Gold erst richtig glücklich gemacht. Das Erfolgsrezept: Franziska van Almsick hat ihre innere Ruhe gefunden. Sie ist mit sich im Reinen. Gelegentlich kokettiert sie zwar damit, dass ihr Erfolgsrezept ein "Geheimnis" sei. Oft genug jedoch verrät sie den wahren Grund ihres Glücks und der heißt Stefan Kretzschmar und ist Handballspieler.

Vor der Krönung der Karriere?

Franziska van Almsick

Der Erfolg ist kurzweilig, sie weiß das nur zu gut. Und "Geld allein macht nicht glücklich", hat die Werbemillionärin einmal gesagt. Aber die Herausforderung, in Athen 2004 zum vierten Mal nach Barcelona 1992, Atlanta 1996 und Sydney 2000 an Olympischen Spielen teilzunehmen, ist nun auf einmal riesengroß geworden. Noch immer nämlich träumt Franzi den Traum vom fehlenden Olympia-Gold.

Franzi, Franzi über allen?

Was kaum auffällt: Eine ganze Mannschaft ordnet sich hinter dem Idol ein. Dabei hat Franzi die Staffeln schließlich nicht allein gewonnen, aber wer spricht jetzt schon noch von Sandra Völker? Vergessen ist beider Zank aus früheren Zeiten. Franziska van Almsick steht wieder im Mittelpunkt, alles dreht sich in ihrer Heimatstadt nur um sie.

Nach dem ersten Einzel-Gold seit sieben Jahren gönnte sich Franziska van Almsick am Donnerstag (1.8.2002) erstmal einen Ruhetag und verzichtete auf den Start über 100 m Schmetterling, um sich ganz auf die 200 m Freistil konzentrieren zu können.

In diesen Tagen scheint, wie vor der Olympiade in Atlanta, wieder alles möglich. Damals gab es allerdings "nur" Silber für die 18-Jährige. Finanziell ist die Werbeträgerin van Almsick bereits am Ziel angekommen, Olympia-Gold fehlt ihr noch. Das könnte sie 2004 in Athen holen. Es wäre die Krönung ihrer Karriere, doch davor hat sie auch "ein bisschen Angst". (dk)

  • Datum 03.08.2002
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