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Kultur

Philosoph Odo Marquard gestorben

Ein Mensch mit Humor, der es noch dazu verstand, sich in hohem Maße verständlich auszudrücken – diese Attribute machten Marquard zu einem der meistübersetzten deutschen Philosophen der Gegenwart.

Am vergangenen Samstag (09.05.2015) ist Professor Odo Marquard im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte die Universität Gießen am Montag mit. Der Wissenschaftler lehrte von 1965 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1993 Philosophie an der Gießener Justus-Liebig-Universität.

Berufsskeptiker

In einer Mitteilung der Universität heißt es, Marquard habe sich als Berufsskeptiker verstanden, der Absolutheitsgedanken und Alleinvertretungsansprüchen für eine bessere Welt misstraute. Im Mittelpunkt seiner philosophischen Position habe der Begriff Kompensation gestanden: Der Mensch sei primär ein Mängelwesen, aber befähigt, die eigenen Unzulänglichkeiten durch Kultur auszugleichen. Seine Kernthese lautete: "Je moderner die moderne Welt wird, desto unvermeidlicher werden die Geisteswissenschaften." Eine Aussage, für die der Denker nicht nur Applaus bekam.

Der Präsident der Universität, Joybrato Mukherjee, sagte: "Professor Odo Marquard hat weit über die Universität hinaus in die Mitte der Gesellschaft gewirkt."

Vielfach geehrt

Marquard, am 26. Februar 1928 in Stolp, Hinterpommern geboren, studierte Philosophie, Germanistik, evangelische und katholische Theologie. Gleich nach seiner Habilitation in Münster kam er an die Gießener Justus-Liebig-Universität .

Marquard wurde vielfach ausgezeichnet und veröffentlichte zahlreiche Schriften, überwiegend Essays. Er zählt zu den meistübersetzten deutschen Philosophen der Gegenwart. Ein Umstand, der nicht nur auf den interessanten Gehalt seiner Gedanken schließen lässt, sondern auch seine verständliche und alltagstaugliche Sprache unterstreicht.

kk/ab (EPD, DPA)