1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Territorialstreit im Südchinesischen Meer

Philippinischer Präsident Duterte befiehlt Besetzung von Inseln und Riffen

"Hisst die philippinische Flagge!" und sichert unsere Machtansprüche: so der Marschbefehl von Staatschef Duterte. Riskiert er damit, im brisanten Inselstreit die Chinesen mit ihren ehrgeizigen Zielen zu verprellen?

Hauptsächlich gehe es um "neun oder zehn Inseln", die man militärisch "befestigen" müsse, führte Rodrigo Duterte bei einem Truppenbesuch in der westlichen Provinz Palawan aus. "Ich muss da Bunker bauen oder Häuser und Vorbereitungen für eine Besiedlung treffen", so der Präsident vor den angetretenen Soldaten. Er habe die Armee angewiesen, alle Inseln, Riffe und Sandbänke im Südchinesischen Meer zu besetzen, auf die man Anspruch erhebe.   

Philippinen Rodrigo Duterte Rede in Manila (Reuters/E. Acayan)

Duterte wieder auf Konfrontationskurs?

Duterte geht von einem Wettrennen um die Kontrolle von Territorien in der ressourcenreichen Region aus. "Es scheint, als ob alle nach den Inseln dort greifen, daher sollten wir auf denen leben, die noch vakant sind", sagte der Präsident. Man habe versucht, mit allen freundschaftliche Beziehungen zu pflegen, müsse jetzt aber die Oberhoheit aufrechterhalten, "zumindest über die Gebiete unter unserer Kontrolle". "Errichtet Strukturen dort und hisst die philippinische Flagge!", lautete sein Befehl.   

Konfliktzone Spratlys

Die Philippinen wollten damit ein deutliches Zeichen setzen, erklärte Duterte auf Palawan, das in der Nähe der von mehreren Anrainerstaaten beanspruchten Spratly-Inseln liegt. Verteidigungsminister Delfin Lorenzana hatte im März angekündigt, man werde die Militärpräsenz auf den Spratlys ausbauen und unter anderem einen neuen Hafen errichten.  

Was sagt Peking dazu?

Seit seiner Amtsübernahme hat Duterte wiederholt Interesse an guten Beziehungen zur Volksrepublik China zu erkennen gegeben. Dafür hatte er sogar Missstimmungen im traditionellen Verhältnis zu den USA in Kauf genommen. 

Der Staatschef könnte mit seinem Vorstoß in eine neue Konfrontation mit der chinesischen Führung hineinschlittern. Peking beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer für sich. In dem Gebiet um die Spratly-Inseln ließ China künstliche Inseln aufschütten und baute zivile und militärische Einrichtungen, und dies ungeachtet der Proteste von Anrainern wie etwa den Philippinen oder Vietnam.

SC/uh (APE, afp, rtre)     

      

 

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema