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Gefechte in Marawi

Philippinische Soldaten von eigener Luftwaffe getötet

Im Kampf gegen bewaffnete Islamisten hat die philippinische Luftwaffe versehentlich zehn eigene Soldaten getötet. Unter den Rebellen, denen der Angriff galt, sind offenbar auch ausländische Kämpfer.

"Wir haben zehn (Soldaten) verloren. Acht sind verwundet. Das ist traurig. Aber manchmal passiert so etwas", sagte Verteidigungsminister Delfin Loranzana in der Hauptstadt Manila. Militärsprecher Restituto Padilla erklärte, Fälle von Eigenbeschuss ereigneten sich "auch bei den besten Streitkräften".

Seit Dienstag vergangener Woche kämpfen philippinische Regierungstruppen und islamistische Rebellen um die Stadt Marawi auf der Insel Mindanao rund 800 Kilometer südlich von Manila. Zuvor war die Stadt von "Maute", einer Splittergruppe der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), überfallen worden. Dabei wurden Kirchen zerstört und offenbar mehr als 240 Geiseln genommen.

Tausende Zivilisten eingeschlossen

Bei den anschließenden Feuergefechten sind bisher mindestens 140 Menschen getötet worden. Von den mehr als 200.000 Einwohnern Marawis sind inzwischen Zehntausende geflohen. Nach Behördenangaben sind noch etwa 2000 Zivilisten in den von den Rebellen kontrollierten Bezirken eingeschlossen. Laut Padilla ist dort mit heftigem Widerstand der Islamisten zu rechnen. Unter den 120 Extremisten, die seit Beginn der Gefechte getötet wurden, befinden sich laut Lorenzana auch Kämpfer aus Tschtschenien, dem Jemen, Malaysia und Indonesien. 

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Tausende fliehen vor Islamisten auf den Philippinen

Präsident Rodrigo Duterte verhängte am Dienstag das Kriegsrecht über die Region Mindanao und drohte damit, die Maßnahme auf das gesamte Land auszuweiten. Die IS-Miliz habe inzwischen auch im Zentrum und im Norden der Philippinen Fuß gefasst, so Duterte.

Unterdessen forderte das Internationale Katholische Missionswerk missio eine Rückkehr zu gewaltfreien Friedensverhandlungen auf Mindanao. "Leider drohen jetzt alle Fortschritte aus früheren Verhandlungen der Konfliktparteien zunichte gemacht zu werden, wenn die Regierung nicht wieder versucht, den Friedensprozess in Gang zu setzen", erklärte missio-Länderreferentin Margarethe Roßkopf am Freitag in Aachen.

Auch der Direktor des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten (JRS) Asien-Pazifik, Pater Bambang A Sipayung, mahnte die Rückkehr zu einem gewaltfreien Dialog an. Viele Menschen hätten Angst, dass das Kriegsrecht auf Mindanao zeitlich unbegrenzt ausgedehnt werde, so Bambang.

hk/stu (dpa, afp, kna)

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