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Sport

Phelps, der Unersättliche

Bei seinen letzten Olympischen Spielen hat US-Schwimmstar Michael Phelps weitere Rekorde gebrochen. Kein Olympionike sammelte bisher so viele Medaillen wie er. Da griff selbst US-Präsident Barack Obama zum Telefon.

Michael Phelps im 200-Meter-Lagen-Finale, das er gewann. Foto: Reuters

Michael Phelps

Nur einer hat bisher in die Jubelsuppe gespuckt: Sebastian Coe. US-Schwimmstar Michael Phelps sei zweifellos der erfolgreichste Olympionike und "bestimmt ein Großer, aber der Größte ist er wahrscheinlich nicht", sagte der Chef des Organisationskomitees der Spiele von London. Auf die Frage des Größten aller Zeiten – so Coe – habe jeder eine andere Antwort. Phelps wird die leise Kritik verschmerzen können, denn in London hat er wieder einmal Sportgeschichte geschrieben.

Vier Gold- und zwei Silbermedaillen fügte der 27-Jährige bisher seiner einzigartigen olympischen Edelmetall-Sammlung hinzu. 18 Mal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze stapeln sich inzwischen in seinen Vitrinen. Damit ließ Phelps auch die bisher fleißigste Medaillensammlerin bei olympischen Spielen, Larissa Latynina hinter sich. Die Turnerin hatte zwischen 1956 und 1964 insgesamt 18 Medaillen (neunmal Gold, fünfmal Silber, viermal Bronze) gewonnen.

Und einen weiteren Rekord hat Phelps gebrochen. Mit seinem Sieg über 200 Meter Lagen schaffte er es als erster Olympionike, in derselben Disziplin bei drei aufeinander folgenden Spielen Gold zu gewinnen. "Richtig cool" sei das gewesen, meinte Phelps hinterher. "Ziemlich cool" fand er, dass selbst US-Präsident Barack Obama telefonisch gratulierte: "Ich dachte nur: Wow!"

Michael Phelps mit Goldmedaille. Foto: AP/dapd

Lieblingsfarbe: Gold

Als Kind hyperaktiv

Phelps ist ein Modell-Athlet, der wie für den Schwimmsport geschaffen scheint: 1,93 Meter groß, 91 Kilogramm schwer. Die Spannweite seiner Arme beträgt 2,04 Meter. Phelps hat Füße wie Boote, Schuhgröße 48,5. Sein Herz pumpt 30 Liter Blut pro Minute durch seinen Körper, doppelt so viel wie üblich. Als Kind war er hyperaktiv. Der Junge aus Baltimore musste Psychopharmaka schlucken – und begann im Alter von elf Jahren zu schwimmen. Der Sport war eine Möglichkeit, überschüssige Energie loszuwerden. Schon als Jugendlicher war Phelps unersättlich, bestritt einmal in zwei Tagen 24 Rennen. Und er hatte Erfolg. Mit 14 Jahren qualifizierte er sich für die olympischen Spiele 2000 in Sydney, wo er immerhin das Finale über 200 Meter Schmetterling erreichte und Fünfter wurde. Es war nur eine Frage der Zeit, wann Phelps in die absolute Weltspitze vordringen würde. 2001 wurde er als 15-Jähriger der jüngste Weltrekordler aller Zeiten. Im gleichen Jahr holte er sich seinen ersten von 20 Weltmeistertiteln.

Phelps hat ausgesorgt

Seiner Mutter versprach Phelps schon früh: "Eines Tages wirst du bei Olympia Tränen der Freude weinen." Er behielt recht. Debbie Phelps hatte reichlich Gelegenheit, auf den Olympia-Tribünen vor Glück zu weinen: 2004 in Athen gewann ihr Sohn sechsmal Gold und zweimal Silber. Mit acht Olympiasiegen war Phelps auch 2008 in Peking der überragende Sportler. Die Spiele in London werden seine letzten sein. Das hat Phelps schon vorher klar gestellt. "Wenn alles vorbei ist, wird es mich emotional treffen", ahnt der überragende Schwimmer. Um seine finanzielle Zukunft braucht sich der US-Amerikaner schon lange keine Gedanken mehr zu machen. Phelps hat nach Angaben seines Managers während seiner unvergleichlichen Karriere rund 100 Millionen Dollar verdient.