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Aktuell Deutschland

Phantom-Kampfjets im Ruhestand

Die Luftwaffe hat ihr Jagdflugzeug F-4F-Phantom endgültig ausgemustert. Wegen ihres Erscheinungsbildes oft verspottet überzeugte die Phantom nicht nur bei der deutschen Luftwaffe durch ihre Zuverlässigkeit.

Zum letzten Mal sind die F-4F-Phantom-Jagdflugzeuge der Luftwaffe aufgestiegen. Zum Tag der offenen Tür beim Jagdgeschwader 71 "Richthofen" im ostfriesischen Wittmund präsentierte die Bundeswehr am Samstag 60 Flugzeuge, darunter den Phantom-Nachfolger Eurofighter. Der Inspekteur der Luftwaffe, Karl Müllner, lobte die Phantom in den höchsten Tönen. Sie sei in 40 Jahren ein zuverlässiges Jagdflugzeug gewesen.

Besonders in der Hochphase des Kalten Krieges war der Kampfjet ein Rückgrat der deutschen Luftverteidigung. Das ließ sich die Bundeswehr etwas kosten - insgesamt 263 Exemplare wurden angeschafft. Das Flugzeug genießt weltweit ein hohes Vertrauen und gilt als sehr zuverlässig. Die Phantom ist mit einer Stückzahl von 5195 Exemplaren eines der am häufigsten gebauten Militärjets der Welt. Und mit weltweit weniger als 1,3 Zwischenfällen pro 10.000 Flugstunden eines der sichersten.

Bewährungsprobe im Vietnamkrieg

Ihre erste Bewährungsprobe im Kriegseinsatz hatte die Phantom im Vietnamkrieg. Dort offenbarte sich eine Ausrüstungslücke. Weil die Entwickler der festen Überzeugung waren, dass die Luftkämpfe der Zukunft auf große Entfernung mit Luft-Luft-Raketen geführt werden würden, hatte die Phantom – zunächst – keine Bordkanone. Das funktionierte im Vietnamkrieg nicht. Der Nahkampf wurde zum Alltag und die Phantom erhielt eine Bordkanone.

Und noch eine Folge hatte der Nahkampf in der Luft: Es wurden spezielle Trainingsprogramme für Piloten entwickelt. Das erste legte die US Navy für ihre Kampfpiloten auf. Es hieß "Top Gun", gab 1986 – nicht mit der F-4 Phantom, sondern der der F-14 Tomcat – im Kino ein Gastspiel und machte das Trainingsprogramm, ebenso wie Hauptdarsteller Tom Cruise, weltweit berühmt.

hf/uh (dpa)