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Aktuell Nahost

Phantom-Abschuss jetzt auch Nato-Thema

Der Abschuss eines türkischen Militärflugzeuges durch Syrien belastet das seit Monaten ohnehin angespannte Verhältnis zwischen beiden Ländern. Auch die Nato ist jetzt eingeschaltet.

Das Nato-Mitglied Türkei räumte zwar ein, der Militärjet habe sich kurzfristig in syrischem Luftraum befunden. Die Regierung in Ankara warf dem syrischen Militär aber dennoch vor, es habe die Maschine vom Typ F4-Phantom ohne jede Vorwarnung abgeschossen und dies nicht im eigenen Luftraum, sondern eindeutig über internationalen Gewässern.

Damaskus entschuldigt sich nicht

Syrien dagegen rechtfertigte sein Vorgehen als souveräne Verteidigungshandlung, weil der Militärjet zunächst in den Luftraum des Landes eingedrungen sei. Eine Entschuldigung lehnte die Regierung in Damaskus ab.

Die Türkei rief wegen des Abschusses den Nato-Rat an. Eine Nato-Sprecherin erklärte, die Türkei berufe sich auf Artikel 4 des Nato-Vertrags. Danach müssen die Verbündeten beraten, wenn eines der Mitglieder des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses seine politische Integrität, seine politische Unabhängigkeit oder Sicherheit bedroht sieht. Der Nato-Rat will am Dienstag über den Abschuss beraten.

Video ansehen 01:19

Kampfjet-Abschuss - Syrien in Erklärungsnot

In 1000 Metern Tiefe

Der Militärjet war am Freitag in der Nähe der syrischen Küstenstadt Latakia ins Meer gestürzt. Von den beiden Piloten fehlt bislang jede Spur. Türkische Bergungsmannschaften orteten bislang nur das Wrack auf dem Meeresgrund in etwa 1000 Meter Tiefe, melden örtliche Medien.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, die Maschine sei auf einem unbewaffneten Übungsflug gewesen, um die Radar- und Verteidigungssysteme der Türkei zu testen. Es habe keine Militär-Operation gegen Syrien gegeben. Die Türkei behalte sich weitere Schritte im Einklang mit dem Völkerrecht vor.

Aus Freunden werden Gegner

Die Türkei und das benachbarte Syrien galten lange als eng verbündet. Die Beziehungen haben sich verschlechtert, seit das Regime in Damaskus die Oppositionsbewegung gegen Präsident Baschar al-Assad gewaltsam niederschlagen lässt. Mehr als 30 000 Flüchtlinge aus Syrien haben in der Türkei inzwischen Zuflucht gefunden.

Syrien wirft dem Nachbarland vor, dass es Waffenlieferungen für die Rebellen passieren lässt. Die Regierung in Ankara bestreitet das. Die Gewalt in Syrien setzte sich auch am Wochenende fort. Am Samstag soll es nach Angaben der Opposition mehr als 80 Tote in dem arabischen Land gegeben haben. Am Sonntag sollen mindestens 16 Soldaten bei Kämpfen mit Aufständischen in der Provinz Aleppo getötet worden sein. Überprüfen lassen sich die Zahlen jedoch nicht, da es keine freie Berichterstattung in und aus Syrien gibt.

haz/hf (rtr, dpa)

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