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Champions League

Pflicht erfüllt - Bayern im Achtelfinale

Glanzloser Sieg: Der FC Bayern München besteht im Hexenkessel von Glasgow und qualifiziert sich für die Champions-League-K.o.-Runde. Der FCB macht sich das Leben im Celtic Park aber schwerer als nötig.

Der FC Bayern München hat auch das sechste Spiel unter Trainer Jupp Heynckes gewonnen. Auch ohne Mittelstürmer setzen sich die Bayern im stimmungsvollen Celtic Park mit 2:1 (1:0) durch und machten dadurch den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League perfekt. Die Taktik von Heynckes mit James Rodríguez als Notlösung für Torjäger Robert Lewandowski ging gegen den schottischen Rekordmeister Celtic Glasgow auf.

Der 21 Jahre alte Kingsley Coman (22. Minute) und der starke Javi Martinez (77.) übernahmen dabei vor 64 470 Zuschauern den Torjäger-Job beim deutschen Fußball-Meister, der in Gruppe B auf jeden Fall Platz zwei hinter Paris St. Germain sicher hat. Den leidenschaftlichen Schotten gelang durch Callum McGregor der zwischenzeitliche Ausgleich (74.). Nach dem sechsten Erfolg im sechsten Pflichtspiel unter Heynckes reisen die Bayern selbstbewusst zum Bundesliga-Topspiel am Samstag bei Borussia Dortmund.

James als "falsche Neun"

UEFA Champions League - Celtic FC v Bayern Muenchen (Reuters/L. Smith)

Heute als "falsche Neun" auf dem Feld: James Rodriguez

Heynckes reagierte auf das Fehlen von Lewandowski mit einem 4-3-3-System, in dem James als "falsche Neun" agierte. Auf den Außenpositionen flankierten ihn Arjen Robben und der aktive, aber oft auch unpräzise spielende Coman. Über die Halbpositionen im Mittelfeld stießen zudem Arturo Vidal und Corentin Tolisso immer wieder in die Spitze. Das war variabel, die Präsenz Lewandowskis im Sechzehner fehlte dennoch. Unbeeindruckt von der Atmosphäre im Celtic Park zog der Rekordmeister sein unter Heynckes wieder viel mehr kultiviertes Positionsspiel auf und dominierte den Gastgeber.

Die Führung war allerdings kein Resultat daraus, sondern kurios. Beim langen Ball des aufmerksamen Torwarts Sven Ulreich schlief die komplette Defensive der Schotten. Überdies rauschte Celtic-Keeper Craig Gordon außerhalb seines Strafraums an der Kugel vorbei. Nutznießer war der hellwache Coman, der nach einem Haken ins leere Tor einschob. Für den Franzosen, dessen Einsatz wegen einer Knieprellung lange offen gewesen war, war es der dritte Treffer seiner Champions-League-Karriere. Bayern-Torwart Sven Ulreich sagte nach dem Spiel: "Schön, freut mich, dass wir so in Führung gegangen sind. Das war wichtig." 

Es fehlte an Stabilität

Celtic versuchte es offensiv mit Kontern. Nach fünf Minuten kamen die Gastgeber so zu einer ersten Gelegenheit, doch Stuart Armstrong verzog am langen Pfosten und setzte den Ball aus kurzer Distanz neben das Tor. Weil Bayerns Offensivakteure nach hinten aber immer mal wieder nicht sonderlich konsequent arbeiteten, fehlte es in der Rückwärtsbewegung mitunter an Stabilität. In einer solchen Situation verhinderte David Alaba mit einer überragenden Rettungsaktion den drohenden Ausgleich durch Moussa Dembelé (30.).

Celtic wurde aktiver und zeigte die erwartete Leidenschaft. Weil die individuelle Klasse und Qualität aber fehlte und Javier Martinez im defensiven Mittelfeld mit einem herausragenden Spiel viele Angriffe früh beendete, kam Glasgow kaum in die gefährlichen Räume. Gelang es doch, war Manuel Neuers Stellvertreter Ulreich zur Stelle - auch beim gefährlichen Armstrong-Schuss nach 48 Minuten.

Bayern ließ sich davon nicht beeindrucken und verzichtete darauf, konsequent auf ein zweites Tor zu gehen. Ein Schuss von James nach 67 Minuten war für lange Zeit die einzige Gelegenheit für die Münchener. Die Strafe: Ein überragender Pass von James Forrest auf McGregor und der Treffer zum 1:1. Der vorzeitige Einzug ins Achtelfinale war plötzlich wieder in Gefahr. Doch bereits drei Minuten nach dem Ausgleich setzte sich Martinez nach Alabas Flanke durch und machte mit seinem ersten Treffer in der Königsklasse den Sieg perfekt.

jhr/sw (sid, dpa)

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