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Wirtschaft

Pfizer erhöht Angebot für AstraZeneca

Zweimal hatte der britische Pharmakonzern AstraZeneca den Konkurrenten abblitzen lassen, aber Pfizer lässt nicht locker. Es könnte nun doch zur größten Fusion in der Geschichte der Pharma-Branche kommen.

Pfizer meint es ernst mit seinen Kaufabsichten: Der US-amerikanische Pharmakonzern hat sein Übernahmeangebot für den britischen Konkurrenten AstraZeneca auf 63 Milliarden Pfund, rund 77 Milliarden Euro, erhöht. Das teilte der Hersteller der Potenzpille Viagra in New York mit. Den größten Teil der Summe will Pfizer mit Aktien bezahlen. AstraZeneca habe zugesagt, das Angebot zu prüfen und zu antworten.

Bislang hatten die Briten Pfizer zwei Mal abblitzen lassen, weil sie die Offerten und Anfragen als viel zu niedrig einstuften. Im Januar soll Pfizer insgesamt rund 71,6 Milliarden Euro für AstraZeneca geboten haben. Vor wenigen Tagen noch hatte AstraZeneca mitgeteilt, läge kein spezifisches oder attraktives Angebot vor. Dementsprechend seien Verhandlungen nicht angebracht.

Jetzt haben die Konzerne Berichten der Zeitung "Wall Street Journal" zufolge die Gespräche wieder aufgenommen. Es sei allerdings nicht sicher, ob sie zu einem Ergebnis führen werden, berichtete die Zeitung und beruft sich auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Sollte Pfizer bei AstraZeneca zum Ziel kommen, wäre es die größte Übernahme in der Geschichte der Pharma-Branche.

Pläne sind politisch brisant

Die Pharmabranche leidet derzeit unter der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte, da viele Medikamente ihren Patentschutz verlieren. Das gilt auch für viele Verkaufsschlager von AstraZeneca - und macht die Firma zum Gegenstand von Übernahmespekulationen. Pfizer erhofft sich Analysten zufolge, vor diesem Hintergrund neue Geschäftsfelder erschließen zu können. Zudem seien bei AstraZeneca vielversprechende Mittel für die Krebs-Immuntherapie in der Entwicklung - auch das mache das Unternehmen attraktiv. Das "Wall Street Journal" berichtet, Pfizer wolle für die erhoffte Fusion seine enormen Kapitalreserven im Ausland nutzen, die der Konzern aus steuerlichen Gründen nicht in die USA holen wolle.

Die Pläne sind aber auch politisch brisant, denn es wäre die größte Übernahme eines britischen Unternehmens durch einen ausländischen Konzern. Pfizer-Chef Ian Read nahm deswegen bereits Kontakt mit der Regierung in London auf, um mögliche Sorgen um die Arbeitsplätze bei AstreZeneca zu zerstreuen. Er sagte Premierminister David Cameron zu, das von AstraZeneca in Cambridge geplante Forschungszentrum fertigzustellen und auch an dem Werk in Macclesfield festzuhalten. Zudem sollen 20 Prozent der Mitarbeiter nach der Fusion in Großbritannien beschäftigt werden. Die Logik einer Verbindung von Pfizer und Astra sei "zwingend", schrieb der Pfizer-Chef an Cameron. AstraZeneca beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit über 50.000 Menschen, Pfizer mehr als 70.000.

hmf/nis (dpa, rtr)