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Petry triumphiert - AfD vor Spaltung?

5. Juli 2015

Frauke Petry ist alleinige Parteichefin der AfD: Was wird aus ihrem Rivalen Lucke? Es hatte schon mehrfach nach einer neuen Partei wieder unter seiner Führung ausgesehen.

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Beim AfD-Parteitag die Rivalen Frauke Petry und Bernd Lucke auf dem Podium (foto: dpa)
Bild: dpa

Nach der Wahl von Frauke Petry zur neuen Bundesvorsitzenden der AfD denken Anhänger ihres Gegenspielers Bernd Lucke über einen gemeinschaftlichen Austritt aus der Partei nach. Bei einem informellen Treffen des von Lucke gegründeten Vereins "Weckruf 2015" gingen die Meinungen in der Nacht zum Sonntag allerdings noch auseinander.

Ein Teil des wirtschaftsliberalen Lagers plädierte für die Gründung einer eigenen Partei. Andere Gegner des nationalkoservativen Flügels, dem Petry ihren Sieg zu verdanken hat, wollten dagegen erst einmal abwarten, welche Stellvertreter in den Vorstand gewählt werden.

Fiasko für Lucke

Die Teilnehmer des AfD-Bundesparteitages in Essen hatten Petry zuvor mit rund 60 Prozent der Stimmen zur Bundesvorsitzenden gewählt. Parteigründer Lucke mit nur 38 Prozent erklärte nach seiner Niederlage, er stehe nun nicht mehr für ein Amt im Vorstand zur Verfügung. Die AfD wählte den stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes von Baden-Württemberg, Jörg Meuthen, zum zweiten Bundesvorsitzenden. Laut Satzung muss sich Meuthen nach der zum Jahresende erwarteten Verabschiedung des Parteiprogramms in die Riege der Stellvertreter einreihen, so dass dann nur noch Petry als alleinige Vorsitzende übrigbleibt.

Aggressive Stimmung

Die Schlappe für Lucke in dem monatelangen Machtkampf in der rechtspopulistischen und eurokritischen Partei hatte sich schon zu Beginn des Parteitags angebahnt, als er mit Pfeifkonzerten und Buhrufen empfangen wurde. Seine Reden wurden wiederholt von Zwischenrufen und höhnischem Johlen der Petry-Anhänger unterbrochen.

Lucke warnte erneut, die AfD müsse sich stärker gegen das rechte und ultrarechte Spektrum abgrenzen und beklagte die Kontakte zur islamfeindlichen Pegida-Bewegung. Vor noch gar nicht so langer Zeit hatte er die großen Erfolge in den ostdeutschen Bundesländern selbst beklatscht, die vor allem auch durch einen rechten Tonfall der AfD zustande gekommen waren.

In anderen Parteien wurde das Ergebnis von Essen als klarer Rechtsruck interpretiert. Der Vorsitzende der konkurrierenden FDP, Christian Lindner, nannte die AfD eine "Pegida-Partei". Auch Grüne und Linkspartei werteten die Wahl Petrys als Schwenk Richtung rechtsaußen.

SC/ago (dpa, rtr, ard)