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Inside DW

Peter Parusel | Empfangsdienst

Musik begleitete ihn sein Leben lang. In schwierigen privaten und beruflichen Situationen hat sie ihm Halt gegeben. Heute arbeitet er am Empfang der DW und spielt Gitarre in seiner Freizeit.

Man sieht ihn als Ersten, wenn man die Deutsche Welle in Bonn betritt. Peter Parusel ist viel mehr als ein freundliches Gesicht am Empfang. Er ist auch als Ersthelfer und beim Brandschutz im Einsatz. Und er ist derjenige, der bei einer Evakuierung die Fäden in der Hand hat, damit alle sicher das Haus verlassen.

Parusels Leidenschaft aber gilt der Musik. Seit 46 Jahren spielt er Gitarre und komponiert. Seine Musik verbindet klassische Techniken, südamerikanische Rhythmen und Barock-Melodien.

"Ich habe angefangen, mich für Musik zu interessieren in der Zeit der Beatles und Bob Dylans. Damals musste ich mir die Stücke aus dem Radio "erkämpfen", da die Pop-Musik nur eine Stunde am Tag gespielt wurde."

Die 60-erJahre standen vor der Tür.

"Für uns war das die Befreiung, die Sensation! Jeder wollte die Melodien nachspielen. Wir spielten vor der Schule, in den Pausen und nachmittags in den öffentlichen Parks. Es war eine schöne Zeit, eine Zeit des Aufbruchs."

Peter Parusel hatte ein bewegtes Leben. Durch sein Studium ist er in die Verlagsbranche eingestiegen. Danach wagte er einen Neuanfang. Als Sicherheitsbeauftragter hat er bei der UNO gearbeitet und seit 2010 ist er bei der DW im Empfangsdienst tätig. Und die Musik hat ihn sein Leben lang begleitet.

"Musik hat mir viel gegeben. Sie ist Ausdruck meiner Gefühle. Dinge, die mich berühren und betreffen, versuche ich musikalisch umzusetzen. Das hilft mir auch, Schmerz und schwierige Situationen zu verarbeiten."

"Mein Lieblingsinstrument ist die Gitarre. Dieses Instrument faszinierte mich von Anfang an. Ich erinnere mich, dass ich fast mit dem Ohr ins Radio gekrochen bin, als ich Andres Segovia spielen hörte. Über ihn habe ich auch die Klassik entdeckt."

Peter Parusel ist Autodidakt. Er hat sich das Spielen selbst beigebracht.
"Kaum konnte ich drei Akkorde, wollte ich schon selbst komponieren."

Doch Parusel hat sein Handwerk gründlich gelernt.

"Ich habe mir Noten gekauft und Schritt für Schritt die Stücke erlernt. Und nachdem ich einige Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff entdeckte, habe ich gedacht, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, mit dem Komponieren anzufangen und habe sie vertont."

Sein Erfolgsrezept ist ganz einfach:

"Man muss Rhythmus und Gefühl im Blut haben, dann kommt der Rest von alleine. Ich habe keine Grenzen. Ich spiele alles, was sich mit Musik ausdrücken lässt."

Als Jugendlicher war Peter Parusel Leistungssportler, Meister in der Leichtathletik. Und wenn er auf die Höhen und Tiefen seines bisherigen Lebens zurückblickt, bedeutet das für ihn nicht, nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen.

"Mein Motto – nie aufgeben! Als Leistungssportler hatte ich eine schlimme Verletzung und konnte mich nur Schritt für Schritt auf Krücken fortbewegen, aber ein Jahr später war ich Meister in der Leichtathletik. Entscheidend ist, dass man kämpft."

Text: Elena Isayenko
Bearbeitung: Adelheid Lucas

Kamera und Schnitt: Frank Norden

Video ansehen 00:30

Peter Parusel

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