Peter Martins tritt wegen Sexvorwürfen zurück | Kunst | DW | 02.01.2018
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Kultur

Peter Martins tritt wegen Sexvorwürfen zurück

Der Leiter des New York City Ballet durfte schon seit Anfang Dezember keine Kurse mehr geben. Jetzt zog er die Konsequenzen - jedoch ohne ein Schuldeingeständnis.

Wegen Belästigungsvorwürfen gibt der Leiter des renommierten New York City Ballet, Peter Martins (Archivbild), seinen Posten auf. Der 71-Jährige informierte den Vorstand des Balletts in einem Brief über seinen Entschluss, wie die "New York Times" (NYT) berichtete. In dem Schreiben bestreitet der Däne die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Rund zwanzig Tänzer und Tänzerinnen haben Martins vorgeworfen, sie verbal oder körperlich angegangen oder seine Position missbraucht zu haben, um sexuelle Gefälligkeiten zu verlangen. Martins stand rund drei Jahrzehnte lang an der Spitze des New York City Ballet. Anfang Dezember war er von seiner Lehrtätigkeit an der School of American Ballet vorerst entbunden worden.

"Außergewöhnliche künstlerische Höhen"

Der Vorstandschef der Tanzkompanie, Charles W. Scharf, dankte Martins für seine Arbeit als Leiter des Balletts. Martins habe das Ensemble zu "außergewöhnlichen künstlerischen Höhen" geführt, zitiert die NYT aus einer Erklärung. "Der Vorstand nimmt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ernst, und wir erwarten, dass die unabhängige Untersuchung dieser Vorwürfe bald abgeschlossen sein wird", hieß es weiter.

Seit der Veröffentlichung von Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen den einst mächtigen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein gibt es immer wieder neue Enthüllungen über sexuelle Gewalt durch einflussreiche Persönlichkeiten.

Vor einem Monat hatte die New Yorker Metropolitan Opera ihren langjährigen Musikdirektor James Levine von allen Auftritten suspendiert. Damit hatte die Welle von Beschuldigungen wegen sexueller Übergriffe auch die Welt der klassischen Musik erreicht. Kurz vor Weihnachten war der Chefdirigent des Royal Philharmonic Orchestra in London, Charles Dutoit, wegen ähnlicher Vorwürfe von all seinen Konzertverpflichtungen entbunden worden. Sowohl Dutoit als auch Levine bestreiten die gegen sie erhobenen Anschuldigungen.

jj/uh (dpa, afp)