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Wirtschaft

Peter Löscher wird neuer Siemens-Chef

Der Pharma-Manager Peter Löscher wird neuer Chef von Siemens. Der Nachfolger von Klaus Kleinfeld soll schon am 1. Juli sein Amt antreten.

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Der neue Chef

Wie der Münchner Konzern am Sonntag (20.5.) nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mitteilte, werde der 49-Jährige den Posten am 1. Juli antreten. Löscher soll er den Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld ablösen, der wegen des Widerstands im Aufsichtsrat um seine Vertragsverlängerung seinen Rückzug spätestens im Herbst angekündigt hatte. Löscher ist derzeit President Global Human Health beim US-Pharma-Konzern Merck & Co.

Der Aufsichtsrat habe Löscher bei einer außerordentlichen Sitzung zum ordentlichen Vorstandsmitglied bestellt und zum Vorstandsvorsitzenden ernannt, hieß es. Nach der Ankündigung Kleinfelds Rückzugs hatte Siemens wochenlang nach einem Nachfolger gesucht. Zuletzt hatte Linde-Chef Wolfgang Reitzle, der als Wunschkandidat des neuen Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme galt, Siemens eine Absage erteilt.

Deutschland Wirtschaft Siemens Gerhard Cromme

Aufsichtsratsmitglied Gerhard Cromme,

"Stolze Siemensianer"

Cromme sagte, Löscher kenne Siemens seit vielen Jahren von außen. Er könne das große Unternehmen, das im Ausland als Synonym für deutsche Technologie stehe, wieder dahin rücke, wo es hingehöre. Löscher selbst sagte in München: "Ich reihe mich in die Reihe der 475.000 stolzen Siemensianer ein."

In ruhigeres Fahrwasser

Der stellvertretende Aufsichtsratschef und Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber erklärte, die Arbeitnehmer hätten in den vergangenen zwei Tagen ausführlich mit Löscher gesprochen. Er sei in der Lage, Siemens aus der Führungskrise und in ruhiges Fahrwasser zurückzuführen. Löscher habe zugesagt, keine Kahlschlagpolitik zu betreiben sowie die Arbeitsplätze in Deutschland und anderswo in den Mittelpunkt seiner Bemühungen zu stellen.

Kleinfeld hatte Ende April seinen Rückzug erklärt, obwohl er in seinen zwei Jahren im Amt alle Geschäftsziele erreicht hatte. Er gab auf, weil der Aufsichtsrat wegen der Korruptionsaffären bei Siemens die Verlängerung von Kleinfelds Vertrag weiter hinauszögern wollte. Zuvor war schon der Aufsichtsvorsitzende und langjährige Firmenchef Heinrich von Pierer gegangen. Eine Verstrickung von Kleinfeld in die Skandale, die derzeit von der Staatsanwaltschaft aufgearbeitet werden, ist bislang nicht bekannt. (sams)

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