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Wirtschaft

Pessimismus zum Auftakt in Davos

In den Schweizer Alpen beginnt das Weltwirtschaftsforum. In diesem Jahr steht das WEF im Zeichen großer wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit. Aus Davos berichtet Andreas Becker.

In Davos kommen bis Samstag rund 2500 Teilnehmer zusammen, darunter hunderte Top-Manager und Spitzenpolitiker aus 140 Ländern. Das diesjährige Tagungsprogramm thematisiere "alle großen Themen auf der globalen Agenda", sagte Klaus Schwab, der Gründer und Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums, in seiner Willkommensansprache am Dienstagabend. Auch wichtige regionale Themen sowie spezielle Wirtschaftsthemen würden hier diskutiert.

Die 45. Ausgabe des WEF findet in unsicheren Zeiten statt. Terrorismus, regionale Konflikte und eingetrübte Konjunkturaussichten dämpfen die Stimmung. Das belegt auch die Jahresumfrage "Global CEO Survey", deren Ergebnisse die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zum Auftakt des WEF bekanntgab.

Schlechte Stimmung

Demnach waren die befragten 1300 Unternehmenschefs aus 77 Ländern schon lange nicht mehr so pessimistisch wie jetzt. Im weltweiten Durchschnitt rechnet nur noch rund ein Drittel der Befragten (37 Prozent) mit einer Belebung der Weltwirtschaft in diesem Jahr. Der Anteil der Manager, die eine Verschlechterung der Weltkonjunktur erwarten, hat sich auf fast 20 Prozent verdoppelt.

Besonders schlecht ist die Stimmung in Europa, wo nur noch 16 Prozent an eine Wirtschaftsbelebung glauben. Wesentlich zuversichtlicher sind die Firmenchefs in Asien (45 Prozent).

WEF-Chef Klaus Schwab hofft, das Forum trage angesichts dieser Unsicherheit zur Bildung von Vertrauen bei. "Wir wollen hier nicht nur die Themen definieren", sagte Schwab den Teilnehmern bei der Eröffnung. "Mit der Hilfe ihres kollektiven Verstandes wollen wir dazu beitragen, Lösungen zu schaffen."

Das Forum steht in diesem Jahr unter dem Motto "Der neue globale Zusammenhang". Damit setzen die Veranstalter die Tradition fort, das Motto so zu wählen, dass fast jedes Thema unter dieser Überschrift besprochen werden kann. Der gewaltbereite Islamismus, der Verfall der Ölpreise, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, ein mögliches Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise, der Klimawandel sowie die Armutsbekämpfung gehören zu den drängendsten Themen.

Häuser aus Pappe

Wenige Tage nach den Terroranschlägen in Paris sollen tausende Soldaten und Polizisten den Schutz der Teilnehmer in Davos garantieren, unter denen mehr als 40 Staats- und Regierungschefs sind.

Hilde Schwab, die Frau des WEF-Chefs und Vorsitzende der Schwab Foundation, überreichte zum Auftakt die drei sogenannte Crystal Awards an Künstler. Ausgezeichnet wurden der italienische Tenor Andrea Bocelli, die beninisch-französische Musikerin Angélique Kidjo und der japanische Architekt Shigeru Ban.

Shigeru Ban (Foto: Reuters)

Der japanische Architekt Shigeru Ban wurde in Davos ausgezeichnet

Architekten arbeiteten oft für reiche und mächtige Menschen, sagte Ban, der 2014 den renommierten Pritzker Architekturpreis gewonnen hat. "Sie engagieren uns, um ihre Macht und ihr Geld durch monumentale Architektur sichtbar zu machen. Ich finde, wir sollten unsere Erfahrung auch dazu benutzen, für die Allgemeinheit zu arbeiten und für jene, die in Naturkatastrophen ihre Häuser verloren haben."

Shigeru Ban ist vor allem für seine Konstruktionen aus Kartonröhren bekannt. Die von ihm gegründete Nichtregierungsorganisation Voluntary Architects' Network baut im Rahmen der Katastrophenhilfe unter anderem kartongestützte Häuser, Brücken und Schulen.

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