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Aktuell Welt

Peschmerga-Kämpfer für Kobane jetzt in der Türkei

Sie wollen die kurdischen Verteidiger von Kobane im Kampf gegen die IS-Terroristen unterstützen. Neben den 150 gut bewaffneten Milizionären erhalten die Kurden jetzt auch Verstärkung von anderer Seite.

Außer den kurdischen Peschmerga-Kämpfern aus dem Irak haben sich Angehörige der regierungsfeindlichen Freien Syrischen Armee (FSA) zur Verteidigung der belagerten Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) auf den Weg gemacht. 50 bis 70 bewaffnete FSA-Kämpfer seien bereits in Kobane eingetroffen, teilte Kurdensprecher Idriss Nassan der Deutschen Presse-Agentur mit. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte passierten sie den türkischen Grenzposten bei Mürsitpinar, um in die Stadt zu gelangen.

Peschmerga in Sanliurfa gelandet

Die Maschine mit einer Gruppe der Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak landete Mittwochfrüh auf dem Flughafen im südtürkischen Sanliurfa. Nach Informationen des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira waren etwa 80 Kurdenmilizionäre an Bord. Augenzeugen berichteten, ihr Konvoi aus drei Bussen habe sich nach der Landung unverzüglich zur rund 50 Kilometer entfernten türkisch-syrischen Grenze in Bewegung gesetzt. Begleitet wurden die irakischen Peschmerga von fünf Fahrzeugen der türkischen Armee und Polizei. Die Straße wurde eigens für diesen Zweck abgesperrt.

Irakische Peschmerga-Kämpfer mit schweren Waffen auf dem Weg nach Kobane (Foto: rtr)

Irakische Peschmerga-Kämpfer mit schweren Waffen auf dem Weg nach Kobane

Am Dienstag war zudem ein Militärkonvoi mit 70 weiteren Kurdenkämpfern vom nordirakischen Erbil in Richtung Kobane gestartet. Wie ein kurdischer Offizier mitteilte, hat der Konvoi aus 40 Jeeps und Lastwagen Waffen und Munition geladen, darunter Artilleriegeschütze und Maschinengewehre.

Hilfe für die kurdischen Verteidiger

Die kurdischen Einheiten in Kobane sollen auf diesem Wege erstmals Unterstützung durch ihre Verbündeten aus dem Nordirak erhalten. Unter dem Druck der USA hatte Ankara in der vergangenen Woche erlaubt, dass rund 150 Peschmerga über türkisches Staatsterritorium nach Kobane gelangen können.

Die türkische Regierung unterhält zwar gute Beziehungen zur Führung der autonomen Kurdenregion im Nordirak. Ankara weigerte sich jedoch lange, den Kurden in Kobane zu helfen. Die dort kämpfenden kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) sind der bewaffnete Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD), der Schwesterorganisation der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Ankara stuft die PKK und die PYD als "Terrororganisationen" ein. Die YPG-Kämpfer stehen ihrerseits einer Unterstützung durch die Peschmerga eher skeptisch gegenüber.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen. Die Grenzstadt im Norden Syriens ist zu einem Symbol im Kampf gegen die Dschihadisten geworden, die weite Teile Syriens und des Irak unter ihre Kontrolle gebracht haben und Gräueltaten an der Zivilbevölkerung verüben.

Heftige Gefechte um Gasfeld

Östlich der syrischen Stadt Homs töteten IS-Terroristen bei erbitterten Gefechten um ein Öl- und Gasfeld mindestens 30 regierungstreue Wachleute und Milizionäre. Dem IS sei es gelungen, "einen Teil des Feldes" unter seine Kontrolle zu bringen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihren Sitz in London hat. IS-Kämpfer hatten das Gasfeld erstmals Mitte Juli erobert. Eine Woche später stand es wieder weitgehend unter Kontrolle der Armee.

se/sti (rtre, dpa, afp)