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Aktuell Amerika

Peru beordert Botschafter aus Chile zurück

Peru und Chile unterhalten eigentlich solide Beziehungen, vor allem wirtschaftlich. Doch nun belastet eine Spionage-Affäre das Verhältnis der Nachbarstaaten. Perus Präsident zeigt sich empört.

Ollanta Humala (Foto: AP)

Verärgert: Perus Präsident Humala

Wegen Spionagevorwürfen gegen Chile hat Peru seinen Botschafter Fernando Rojas Samanez aus Santiago abgezogen. In einem Schreiben an die chilenische Regierung habe man die Spionage auf das Schärfste verurteilt und eine Erklärung verlangt, erklärte das peruaniche Außenministerium.

Das Vorgehen Chiles habe die nationale Sicherheit Perus gefährdet und widerspreche "dem Geist der Zusammenarbeit und guten Nachbarschaft" zwischen zwei Staaten. Der Botschafter werde erst dann nach Chile zurückkehren, wenn der Vorfall aufgeklärt sei, wurde in Lima betont.

Empörung in Peru

Zuletzt war bekanntgeworden, dass drei Unteroffiziere der peruansichen Marine zwischen 2005 und 2012 militärische Informationen an Chile verkauft haben sollen. Auf chilenischer Seite soll ein Korvettenkapitän in den Spionagefall verwickelt sein.

Perus Präsident Ollanta Humala nimmt den Fall offenbar sehr ernst. "Die Ehre eines Landes hat keinen Preis", sagte Humala. Sein Außenminister Gonzalo Gutiérrez unterstrich, er erwarte eine zufriedenstellende Antwort Chiles, damit die bilateralen Beziehungen keinen Schaden nähmen.

Keine Eile in Chile

Die Regierung in Santiago de Chile reagierte kühl: Die Abberufung des Botschafters sei "Perus souveräne Entscheidung", sagte Außenminister Heraldo Muñoz lediglich. Die Protestnoten würden zu gegebener Zeit kommentiert.

Perus Empörung könnte nach Ansicht von Experten auch innenpolitische Motive haben. Möglicherweise wolle Staatschef Humala mit der Affäre davon ablenken, dass er selbst in Umfragen schwächle, glauben Beobachter.

wa/pg (afp, dpa)

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