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Politik

Peres wechselt ins Lager Scharons

Der frühere israelische Ministerpräsident Schimon Peres hat die Arbeitspartei verlassen. Er wolle seinen einstigen Rivalen, Ministerpräsident Ariel Scharon, und dessen neue Partei Kadima im Wahlkampf unterstützen.

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Peres: Austritt nach fast 60 Jahren Mitgliedschaft

Nur eine Koalition könne Fortschritte im Nahost-Friedensprozess garantieren, sagte der 82-Jährige am Mittwoch vor Journalisten in Tel Aviv. "Der Mann, der am besten geeignet ist, eine solche Koalition zu führen, ist Ariel Scharon", sagte Peres. "Die Sorge ist tief, aber die Hoffnung ist groß." Peres hatte Anfang November eine demütigende Niederlage gegen Amir Perez hinnehmen müssen, der ihm den Parteivorsitz entriss. Peres gehörte der Arbeitspartei fast sechs Jahrzehnte lang an und vertrat sie in zahlreichen Regierungen als Minister. "Es war nicht leicht, aber ich habe mich entschieden", sagte der Politikveteran zu seinem Schritt.

Gerüchteküche brodelte

In den vergangenen Tagen hatten sich die Spekulationen über die Zukunft von Peres gehäuft. Israelische Medien berichteten, im Falle eines Wahlsiegs von Scharon könnte er dann einen ranghohen Ministerposten bekommen. Die ehemalige Kommunikationsministerin Dalia Itzik, die als Vertraute von Peres gilt, war am Dienstag aus der Arbeitspartei ausgetreten und hatte sich Scharons Partei angeschlossen.

Die israelische Parteienlandschaft erlebt gegenwärtig eine tief greifende Neuordnung. Amir Perez hatte nach der Übernahme der Parteiführung die Koalition der Arbeitspartei mit Scharon aufgekündigt. Scharon verließ seinerseits seinen Likud und gründete eine neue Partei. Die Parteien von Scharon und Perez liefern sich seit Tagen ein heißes Rennen im Kampf um Kandidaten für ihre Listen und wenden sich dabei auch an Prominente, die bislang nicht in der Politik aktiv waren.

Likut liegt bei Umfragen hinten

Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" veröffentlichte am Mittwoch eine Umfrage, der zufolge Scharons Partei bei Neuwahlen im März mit 34 von 120 Parlamentssitzen stärkste Fraktion werden könnte. Die Arbeitspartei folgt mit 27 Mandaten. Der Likud-Rumpf war dagegen mit nur zehn Mandaten - einem Viertel seiner vorherigen Stärke - abgeschlagen auf dem vierten Platz, nach der ultra-orthodoxen Schas-Partei. (stl)

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