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Wirtschaft

Per Mausklick in den Urlaub

Die Deutschen lassen sich von der Klimaschutzdebatte ihre Reiselust nicht verderben. Der Deutsche Reiseverband erwartet für 2007 ein Umsatzplus von zwei bis drei Prozent. Dabei nehmen vor allem online-Buchungen stark zu.

Ein Großvater sucht mit Hilfe seiner Enkelin im Internet nach einer Urlaubsreise (Quelle: dpa)

Wird immer beliebter: übers Internet den Familienurlaub buchen

Trendziele sind dieses Jahr Italien, Spanien, Portugal und Marokko sowie Fernreisen nach Asien und ins südliche Afrika. Das beliebteste Ziel der Bundesbürger bleibt aber Deutschland, wo ein Drittel aller Reisen hinführt. Und viele dieser Reisen werden bereits per Internet gebucht.

Zwei von drei Bundesbürgern haben für dieses Jahr schon feste Urlaubspläne, und ein Viertel von ihnen bucht den Urlaub im Internet. Ob Lastminute.com, Weg.de oder Opodo.de, der Markt für Online-Buchungen wächst rasant. Claudia Ressel, Pressesprecherin des in Deutschland führenden Anbieters Expedia.de weiß, warum: "Es ist einfach bequem, im Internet zu buchen: Sie können sieben Tage in der Woche rund um die Uhr buchen, Sie müssen nicht aus dem Haus gehen, Sie können sich die Sachen gemeinsam mit ihrer Familie zuhause am Wohnzimmertisch anschauen, Sie müssen nicht auf Ladenöffnungszeiten achten."

Online-Bucher Nummer Eins: die Amerikaner

Ein Mann sucht im Internet nach einer Urlaubsreise und blättert dabei in einem herkömmlichen Reisekatalog (Quelle: dpa)

Vergleichen lohnt sich

Am beliebtesten ist die Online-Buchung in den USA. Dort werden bereits 55 Prozent aller Reisen im Internet verkauft. Das geht aus einer Untersuchung des US-amerikanischen Beratungsunternehmens PhoCus Wright hervor. Doch Europa ist den USA dicht auf den Fersen: "In Europa werden 2008 40 bis 41 Prozent erreicht werden. Dieses Niveau wurde in den USA 2005 erreicht. In Europa wird sich vieles so entwickeln wie in den USA. Immer mehr Hotels werden online zu buchen sein, und Direktanbieter vermarkten ihre Reisen ebenfalls zunehmend im Internet", so PhoCus Wright-Sprecher Michael Cannizzaro.

Die Frage sei, wie sich die Reiseveranstalter in Europa positionieren werden. "Sie schwanken noch, ob sie sich weiter auf ihre eigenen Pauschal- und individuellen Angebote konzentrieren oder mit Angeboten von Dritten eigene Online-Portale eröffnen", so Cannizzaro.

40 Prozent, das ist keine Nische mehr, sondern ein beachtlicher Teil eines hart umkämpften Marktes. Nach Großbritannien ist Deutschland das Land in Europa, in dem am häufigsten im Internet gebucht wird. Für die Reisebüros, die in keinem Land der Welt so dicht gesät sind wie in Deutschland, ist das eine beängstigende Entwicklung. "Das Problem der Reisebüros bestand und besteht darin, dass wir im Schnitt 55 Stunden pro Woche geöffnet haben. Das heißt, von 168 Stunden, die die Woche hat, sind wir nur ein Drittel für den Kunden direkt erreichbar", gibt der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Klaus Laepple, zu Bedenken.

Zusatzangebote aus dem Netz

Das Internet dagegen ist dauernd präsent, ein Online-Anbieter wie Expedia bietet darüber hinaus sieben Tage in der Woche ein von acht bis 23 Uhr besetztes telefonisches Service-Center an. Besonders attraktiv finden die Kunden dabei die multimediale Darstellung der Urlaubsangebote: "Die verschiedenen Zimmer, die Frühstücksräume, die Lobby, das können Sie alles 360 Grad drehen und sich anschauen, wie es da aussieht. Sie haben interaktive Umgebungskarten, also ganz viele zusätzliche Informationen, die Sie sich, wann immer Sie Zeit und Lust haben, anschauen können", so Expedia-Sprecherin Claudia Reske.

Seit 1999 ist Expedia als Tochtergesellschaft eines US-Unternehmens in Deutschland am Markt. Die Nase vorn, so betont Claudia Ressel, habe das Unternehmen vor allem auch, weil Trends frühzeitig erkannt worden seien. "Wir waren die ersten, die dieses 'Dynamic Packaging' oder Bausteinreisen genannte Angebot auf dem deutschen Markt eingeführt haben. Als Kunde suche ich mir aus 500 Airlines, über 90.000 Hotels und eventuellen Mietwagenangeboten das aus, was für mich passt. Es wird zu einem Paket gebündelt und dann haben sie rein rechtlich gesehen eine Pauschalreise."

Der Markt ist deutlich in Bewegung, für die alteingesessenen Reiseanbieter tickt die Uhr. Das weiß auch der Deutsche Reiseverband. Präsident Laepple - selbst Besitzer eines Reisebüros - ist trotzdem der Meinung, dass die Entwicklung auch Chancen bietet. Man muss nur präsent sein, so sagt er. Wenn nötig, rund um die Uhr.

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