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Wirtschaft

Per Mausklick in den Traumurlaub

Früher war der Weg in den Urlaub klar: Ein Gang ins Reisebüro, Kataloge wälzen, buchen. Jetzt gibt es immer mehr Informationen und Möglichkeiten, an die Traumreise zu kommen. Via Internet zum Beispiel.

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Ganz entspannt in der Sonne liegen

30 Prozent aller Deutschen mit Reiseplänen wollen in diesem Jahr online buchen. Dies hat eine repräsentative Online-Befragung des Meinungsforschungsinstitut Forsa ergeben, die anlässlich der Internationalen Tourismus-Börse ITB Berlin (11.-15.3.) herausgegeben wurde. 2004 lag der Anteil der potentiellen Online-Bucher noch bei 27 Prozent. Weitaus stärker als zum Buchen wird das Internet weiterhin für die Suche nach Informationen über Reisen und Urlaub genutzt.

Branchenkenner rechnen damit, dass der Anteil an Internet-Buchungen in den kommenden sechs bis acht Jahren einen Marktanteil von bis zu 50 Prozent des Gesamtmarktes erreichen wird. Neueste Zahlen aus den USA bestätigen diesen Trend: Dort werden bereits 65 Prozent der Flugtickets im Web gebucht, 20 Prozent bei Call-Centern und nur noch 15 Prozent im Reisebüro.

Reisebüros noch nicht abgeschrieben

Die meisten Kunden haben immer weniger Zeit. Und im Internet gibt es keine Warteschlagen. Doch Nicole Habrich vom Deutschen Tourismus Verband (DTV) ist überzeugt, dass die neuen Informationsquellen alte Quellen wie die Mund-zu-Mund-Propaganda nicht ersetzen werden. Im Gegenteil: Gerade das Nachfragen bei Freunden und Bekannten, was den Urlaub schön gemacht oder vermiest habe, spiele eine immer größere Rolle beim Buchungsverhalten.

Auch Stephan Busch, Präsident des Bundesverbandes mittelständischer Reiseunternehmen (asr), ist skeptisch, was die zunehmenden Zahlen der Internetbuchungen angeht: "Die sind relativ," sagt er. Er fordert eine Aufschlüsselung, wie viele rein touristische Angebote tatsächlich darunter fallen, und wie viele Reiseutensilien wie Koffer oder Reiseführer.

Fehlende persönliche Beratung im Netz

Für Stephan Busch kann das Internet nicht leisten, was die Ansprechpartner vor Ort tun: die Seriösität eines Angebotes zu überprüfen. Oft kämen die Leute mit einem Online-Angebot in die Reisebüros, um sich bestätigen zu lassen, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt - und buchten dann eventuell direkt dort, so Busch.

Ein tatsächliches Problem, unter dem die Reisebüros leiden, sieht Stephan Busch in der Tatsache, dass die Lufthansa im September 2004 die Reisebüroprovisionen für den Ticketverkauf gestrichen hat. Das fehlende Geld holen sich die Reisebüros von den Kunden wieder.

Busch ist bestürzt, dass der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalter Verband (DRV) seine Klage gegen die Lufthansa vor dem Prozessbeginn am Mittwoch (9.3.) zurückgezogen hat. Der asr überlege nun, selbst eine Klage einzureichen, sagte Busch gegenüber DW-WORLD.

Pauschalreise gegen Bausteinsortiment

Ein anderer Punkt, der die Branche bewegt, ist der Rückgang von Pauschalreisen zugunsten der Buchungen von individuellen Bausteinen. Stephan Busch vom ars glaubt dennoch, dass die Pauschalreise ein wichtiger Markt bleiben wird. Er vertraut den Ergebnissen der Forschungsgruppe Urlaub und Reisen von 2004: Demnach wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen - 67 Prozent - Pauschalreisen.

"Die Deutschen sind nicht Reiseweltmeister, weil sie reiseverrückt sind, sondern weil die Branche es geschafft hat, mit der Pauschalreise ein qualitativ gutes Produkt zur Verfügung zu stellen," meint Busch. Oft glaube der Verbraucher, mit dem Buchen verschiedener Bausteine - dem so genannten modularen Aufbau - Geld zu sparen.

Doch Busch warnt: "Ein modularer Aufbau kann sinnvoll sein, wenn ich alles bei einem Anbieter buche, aber wenn ich den Flug bei dem einen, das Hotel bei dem anderen buche, sind keine Schnittstellen vorhanden. Das gibt oft Ärger." Aus diesen Gründen wäre die Tourismusbranche nicht gut beraten, wenn sie die Pauschalreisen aufgeben würde.

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