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Aktuell Nahost

Pentagon: Mehrere hundert IS-Kämpfer bei Luftangriffen getötet

Die Luftangriffe zeigen anscheinend Wirkung: Im Kampf gegen die IS-Terrormiliz machen die Kurden im nordsyrischen Kobane Boden gut. Im Irak hingegen setzen die Dschihadisten ihre Eroberungen fort.

Bei den Luftangriffen um die syrische Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums "mehrere hundert Dschihadisten" getötet worden. Dennoch sei die Lage weiter angespannt, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. "Kobane könnte immer noch fallen", sagte Kirby vor Journalisten. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mache kein Geheimnis daraus, dass sie die Stadt erobern wolle. Es kämen weiterhin IS-Kämpfer nach Kobane. "Natürlich ist es ein Rückschlag, wenn Kobane fällt", sagte der Pentagon-Sprecher. Gleichzeitig betonte er, die "Operation Inherent Resolve" (übersetzt etwa "Einsatz Natürliche Entschlossenheit) - so die Bezeichnung der von den USA angeführten Luftangriffe - sei "größer" als der Kampf um eine einzelne Stadt.

Schwierige humanitäre Lage

Die USA hatten mit Unterstützung Saudi-Arabiens 23 Luftangriffe auf Positionen des IS geflogen. Die bislang stärksten Luftschläge in der umkämpften Stadt zeigten nach Angaben kurdischer Aktivisten Wirkung. Kurdische Kämpfer konnten die Dschihadisten demnach weiter zurückdrängen und aus Teilen der Stadt vertreiben. Idris Nassan, Vize-Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, wies jedoch darauf hin, dass die humanitäre Lage immer schwieriger werde. Verletzte Kämpfer könnten aus Mangel an Arzneimitteln nur unzureichend versorgt werden, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Auch fehle es an sauberem Wasser; Lebensmittel würden immer knapper. Die Kurden fordern zur Versorgung der Kämpfer einen Schutzkorridor über türkisches Territorium zwischen Kobane und anderen kurdischen Enklaven an der syrischen Grenze. Die Türkei lehnt das ab. Die USA verhandeln mit der Türkei weiter über eine mögliche Nutzung der Luftwaffenbasis Incirlik. Es gebe noch immer keine Einigung sagte der US-Sondergesandte für den Kampf gegen den IS, General a.D. John Allen. Die Gespräche dauerten an.

Der kurdische Präsident Massud Barsani forderte derweil mehr Hilfe des Westens im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Die internationale Gemeinschaft müsse "die Unterstützung maximieren", damit Kobane nicht bald komplett vom IS kontrolliert werde, sagte er der "Bild"-Zeitung. Er warnte vor einem drohenden Massaker in der seit Tagen schwer umkämpften Stadt im Norden Syriens. Dort zeige sich erneut, dass die Terrormiliz "keine Werte kennt und keinen Respekt für die Menschheit hat". Insgesamt benötigten die Kurden im Kampf gegen den IS eine bessere, modernere Bewaffnung. "Wir brauchen Panzer, Artillerie, gepanzerte Mannschaftswagen und Antipanzerraketen", sagte der Kurden-Präsident.

Drohungen aus Damaskus

Die syrische Regierung drohte mit Gegenmaßnahmen, sollte das Anti-IS-Bündnis im Norden des Landes eine von der Türkei geforderte Pufferzone einrichten, in der auch ein Flugverbot gilt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Außenministerium berichtete, lehnt Damaskus ein solches Vorhaben auf syrischem Territorium unter allen Umständen ab. Damaskus werde sich nach Beratungen mit seinen Partnern notwendige Maßnahmen zum Schutz der syrischen Souveränität vorbehalten, sollte es tatsächlich dazu kommen. Die Türkei hatte im Kampf gegen den IS ein solches Gebiet vorgeschlagen. Frankreich unterstützte dies, die USA sind skeptisch. Syriens Verbündete sind in erster Linie Russland und der Iran.

Angespannte Lage im Irak

Im Irak setzt der IS seine Eroberungen fort. Die Miliz habe einige erhebliche Geländegewinne gemacht, sagte der US-Sondergesandte Allen. Die Dschihadisten rücken vor allem in der Provinz Anbar vor und bedrohen die Hauptstadt Bagdad. Nach Ansicht des Pentagons ist die Sicherheit Bagdads jedoch "derzeit nicht unmittelbar bedroht". Insgesamt zeichnete Pentagons-Sprecher Kirby ein gemischtes Bild. Die irakische Provinz Anbar bleibe umkämpft. IS würde den Druck des Bündnisses aber weiterhin spüren.

cr/re (dpa, afp)

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