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Aktuell Welt

Pentagon: IS in die Defensive gebombt

Die IS-Terrormiliz im Irak ist nach Einschätzung der USA durch die anhaltenden Luftangriffe geschwächt. Ein Pentagon-Sprecher räumte zugleich ein, dass es bei den Luftschlägen auch zivile Opfer gegeben haben könnte.

Die militärische Stoßkraft des "Islamischen Staates" (IS) im Irak ist nach den Worten des Sprechers des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, in den vergangenen drei bis vier Wochen gestoppt worden. Die Extremisten hätten eine weitgehend defensive Haltung eingenommen, sagte Kirby in Washington. Die USA hätten in jüngster Zeit keine nennenswerten Angriffe der Terrormiliz mehr beobachtet.

1350 Luftangriffe

Die sunnitischen Extremisten des IS haben nach größeren Offensiven im Sommer in den von ihnen kontrollierten Gebieten im Irak und in Syrien ein islamisches Kalifat ausgerufen und gehen dort mit brutaler Gewalt gegen Andersgläubige und politische Gegner vor. Die USA greifen, unterstützt von einigen Verbündeten, die Terrormiliz seit August aus der Luft an. Aus dem Pentagon hieß es, bei bislang 1350 Luftschlägen seien mehrere Hundert Kämpfer des IS getötet worden.

Sprecher Kirby räumte ein, dass es bei den Angriffen in Syrien und im Irak auch zivile Opfer gegeben haben könnte. Das für die Region zuständige Militärkommando Centcom ermittle derzeit in einigen Fällen möglicher Zivilopfer, die es für "glaubhaft" halte. Die Armee nehme dies "ernst" und versuche stets, das Risiko ziviler Opfer so gering wie möglich zu halten, betonte Kirby.

In Korrespondentenberichten aus Washington hieß es, die US-Streitkräfte hätten Ermittlungen in insgesamt 18 Fällen eingeleitet. In 13 von ihnen konnten zivile Opfer nicht bestätigt werden, fünf Ermittlungen liefen demnach noch. Menschenrechtsgruppen hatten von zahlreiche Zivilisten berichtet, die bei den Luftangriffen gegen den IS getötet worden sein sollen, die meisten davon in Syrien.

"Furchtbares Jahr für den Irak"

Bei diesem Anschlag in Bagdad Ende Dezember wurden mindestens neun Menschen getötet (Foto: dpa)

Bei diesem Anschlag in Bagdad Ende Dezember wurden mindestens neun Menschen getötet

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat es wegen der Eskalation der Gewalt im Irak 2014 so viele Tote wie seit sieben Jahren nicht mehr gegeben. Einem neuen UN-Bericht zufolge starben in den vergangenen zwölf Monaten 12.282 Zivilisten, fast doppelt so viele wurden verletzt. Allein im Dezember seien 680 Zivilisten und 421 Soldaten getötet worden. Die meisten Opfer habe es dabei in der Region um die Hauptstadt Bagdad gegeben. "Das ist das furchtbarste Jahr für den Irak seit der Gewaltwelle 2006/2007", sagte der UN-Sondergesandte Nickolay Mladenov.

wl/cr (dpa, afp, rtre)