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Diplomatie

Pentagon-Chef für Verhandlungen mit Nordkorea

Wollen die USA nun mit Nordkorea Gespräche führen oder nicht? US-Präsident Trump ist dagegen, zwei seiner wichtigsten Minister sind dafür. Doch ein Dialog mit Pjöngjang scheint momentan ohnehin unrealistisch.

Im Ringen um die richtige Nordkorea-Strategie zwischen US-Präsident Donald Trump und Außenminister Rex Tillerson hat Pentagon-Chef James Mattis (Artikelbild) dem Chefdiplomaten den Rücken gestärkt und sich ebenfalls für Kontakte nach Pjöngjang ausgesprochen. "Das Verteidigungsministerium unterstützt Minister Tillersons Bemühungen, eine diplomatische Lösung zu finden, voll und ganz", sagte Mattis in Washington. Sein Ministerium konzentriere sich aber "auf die Verteidigung der USA und unserer Verbündeten", fügte der Verteidigungsminister hinzu. 

Tillerson hatte am Wochenende bei einem Besuch in Peking deutlich gemacht, dass er auf Gespräche mit Nordkorea setze. Es gebe "Kommunikationskanäle nach Pjöngjang", sagte er. Allerdings räumte eine Sprecherin seines Ministeriums später ein, man habe bisher keinen Hinweis darauf, dass Pjöngjang tatsächlich gesprächsbereit sei.

"Kleiner Raketenmann"

US-Präsident Donald Trump fuhr seinem Außenminister daraufhin in die Parade. Tillerson "verschwendet seine Zeit zu versuchen, mit dem kleinen Raketenmann zu verhandeln", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter mit Blick auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Tillerson - "unser wunderbarer Außenminister", wie ihn Trump nannte - solle seine Kräfte sparen.

Unklarheit auch in Sachen Iran

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Ganz offenkundig ist die Administration in Washington auch in einem anderen wichtigen Punkt uneins. Denn Mattis verteidigte in seiner Erklärung auch das internationale Atomabkommen mit dem Iran. Als ein US-Senator den Minister zu einer eindeutigen Antwort auf die Frage aufforderte, ob ein Festhalten an dem Abkommen derzeit im nationalen Interesse der USA liege, sagte Mattis: "Ja, Senator, das denke ich." Es gehe vor allem darum, zu bestätigen, dass sich der Iran an die Vereinbarung halte. Dies muss die US-Regierung dem Kongress in regelmäßigen Abständen mitteilen. Präsident Trump hingegen hat das 2015 geschlossene Atomabkommen mit Teheran immer wieder in Frage gestellt. 

ml/ww (afp, dpa)