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Wirtschaft

Peking – Tianjin mit 350 Sachen

Pünktlich zu Olympia eröffnet China die erste Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindung auf Schienen. An weiteren wird eifrig gebaut. Dazu kommt eine besondere Frachtverbindung – zwischen Peking und Hamburg.

Hochgeschwindigkeitszug im Bahnhof (Quelle: AP)

Der neue CRH3-Schnellzug im Bahnhof von Tianjin

Zuginnenraum mit Fahrgästen (Quelle: AP)

Schnell unterwegs: die Passagiere im 'chinesischen' ICE

Die neue Schnellbahn-Trasse verbindet Peking mit der 120 Kilometer entfernten Stadt Tianjin. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 350 Kilometern in der Stunde legen die Züge die Strecke nach Angaben des Bahnministeriums in 30 Minuten zurück, während die Fahrzeit bislang mehr als eine Stunde betrug.

Insgesamt stehen für die Fahrten zwischen Peking und Tianjin 94 Hochleistungslokomotiven zur Verfügung. Sie basieren technisch auf dem deutschen ICE. Für die Züge in China arbeitete der Siemens-Konzern nach eigenen Angaben mit dem chinesischen Partnerunternehmen Tangshan Locomotive & Rolling Stock Works zusammen. Die Konstruktion des chinesischen Hochgeschwindigkeitszugs habe an den deutschen Siemens-Standorten Erlangen und Krefeld-Uerdingen stattgefunden, teilte Siemens mit. Nach dem Bau der ersten drei Züge und wichtiger Komponenten in Deutschland wurden demnach die weiteren Züge in Tangshan produziert.

Schnellzug-Megaprojekt: Peking – Shanghai

Mit der neuen Bahnverbindung ist auch die Volksrepublik dem kleinen Club der Länder mit Hochgeschwindigkeits-Zügen beigetreten – neben Deutschland gehören auch Frankreich und Japan dazu. Die chinesischen Züge sind Siemens zufolge 200 Meter lang und bieten mehr als 600 Passagieren Platz. Zur Zeit können die Hochgeschwindigkeitszüge nur auf 6000 Kilometern des chinesischen Schienennetzes fahren. Auf 14.000 weiteren Kilometern können die Züge wegen des schlechten Zustands der Gleise höchstens 160 Stundenkilometer fahren.

Panoramabild Schnellzug (Quelle: AP)

Halbierte Reisezeiten: Die Züge fahren zukünftig auch von Peking ins 1300 km entfernte Shanghai - in fünf Stunden

Doch an weiteren Trassen für Schnellzüge wird eifrig gebaut. So begannen Mitte April die Bauarbeiten für eine weitere neue Hochgeschwindigkeitsbahn von Peking nach Shanghai. Das lang erwartete Projekt soll dem Bericht zufolge insgesamt rund 221 Milliarden Yuan (knapp 20 Milliarden Euro) kosten wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Bau der über 1300 Kilometer langen Strecke soll etwa fünf Jahre dauern. Danach sollen die Züge die Fahrzeit zwischen den beiden Städten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 350 Kilometer pro Stunde auf fünf Stunden halbieren.

Frachtzüge nach Deutschland in 15 Tagen

Für das Projekt hatte ursprünglich auch das deutsche Transrapid-Konsortium auf einen Zuschlag gehofft. Die Strecke werde nun aber komplett mit chinesischer Technologie gebaut, berichtete Xinhua unter Berufung auf einen Beamten des Eisenbahnministeriums in Peking.

Doch die Zusammenarbeit auf dem Gleis zwischen Deutschland und China geht auf anderer Ebene weiter: Bereits in diesem Jahr sollen regelmäßig Güterzüge zwischen Deutschland und China fahren. "Schätzungsweise in drei Monaten beginnen wir damit, den Regelbetrieb aufzunehmen", sagte Manfred Michel von der Betreibergesellschaft China United International Railway Container Transport am Montag. Die Züge sollen zwei bis drei Mal pro Woche starten und die rund 10.000 Kilometer lange Strecke in 15 Tagen schaffen. So schnell war auch der Container-Testzug gewesen, den die Bahn Anfang Januar auf die Reise von Peking nach Hamburg geschickt hatte. (rri)

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