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Asien

Peking stärkt Washingtons Intimfeind Chavez

Rund 36 Milliarden US-Dollar schwer ist ein neues Kooperationsabkommen zwischen China und Venezuela. Damit stärkt Peking vor allem Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez, einen der Erzfeinde der USA.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez (Foto:ap)

Kann sich über Chinas Milliardenspritze freuen: Venezuelas Präsident Hugo Chávez

Das Abkommen, das Chávez am Rande der Unabhängigkeits-Feierlichkeiten in der venezolanischen Hauptstadt Caracas am vergangenen Wochenende verkündet hatte, unterstreicht die Entschlossenheit der chinesischen Regierung, ihre Zusammenarbeit mit rohstoffreichen Entwicklungs- und Schwellenländern in Asien, Afrika und Lateinamerika zu verstärken. Bereits heute ist Venezuela die Nummer fünf der chinesischen Handelspartner auf dem südamerikanischen Kontinent. Chávez kommt der Deal entgegen, weil er damit seine Abhängigkeit von Erdöl- und Erdgasexporten in die USA reduzieren kann. Venezuela ist der viertwichtigste Erdöllieferant der USA. In Washington sieht man das Engagement Chinas vor der eigenen Haustür mit Besorgnis.

Kredite und Investitionen für maroden Energiesektor

Die China Development Bank gab den Kredit (Foto:dpa)

Die China Development Bank gab den Kredit

Kernstück des Deals ist ein Kredit der staatseigenen 'China Development Bank' im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar. Außerdem haben sich China und Venezuela darauf geeinigt, im Energiebereich enger zusammen zu arbeiten. Dieser Bereich umfasst Investitionen im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar. Venezuelas Energiesektor benötigt dringend ausländisches Kapital, um seine Öl- und Gasindustrie zu modernisieren und neue Vorkommen zu erschließen. Ein Großteil der Summe ist für den Ausbau von Energieprojekten in der Orinoco-Region im Osten des Landes vorgesehen. Peking soll vor allem technologische Hilfestellung beim Bau eines thermoelektrischen Kraftwerks liefern, mit dessen Bau Venezuelas seine chronische Energie-Knappheit in den Griff bekommen will, meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Weniger Abhängigkeit von Ölexporten in die USA

Erdölförderung in Venezuela (Foto:ap)

China hat ein Auge auf Venezuelas Erdölvorkommen geworfen.

Präsident Chávez feierte die Kredite aus dem Reich der Mitte als wichtigen finanziellen Beitrag für den Ausbau der Infrastruktur seines Landes. Das Geld, das für den Bau von Fernstraßen und Kraftwerken verwendet werden soll, soll nach Angaben der Nachrichten-Agentur Dow Jones durch venezolanische Erdöllieferungen an China 'zurückgezahlt' werden.

Nach Regierungsangaben aus Caracas importiert China bereits jetzt täglich 460.000 Barrel Rohöl aus dem südamerikanischen Land. Mittelfristig soll die Menge auf eine Million Fass pro Tag ausgeweitet werden. Unter den Handelspartnern Chinas in Lateinamerika rangiert Venezuela nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua bereits heute an fünfter Stelle mit einem Handelsvolumen von 7,15 Milliarden.

Autor: Thomas Kohlmann
Redaktion: Mirjam Gehrke