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Konflikt mit Nordkorea

Peking ruft Pjöngjang zur Mäßigung auf

Im Streit um Pjöngjangs militärische Aufrüstung hat China nach Nordkoreas jüngstem Test von Marschflugkörpern zur Zurückhaltung aufgerufen. Südkorea vermutet, dass der neue Raketentest eine Reaktion auf See-Manöver ist.

Südkorea TV-Berichterstattung zu Raketentest in Nordkorea (Getty Images/C. Sung-Jun)

Südkoreas Fernsehen berichtet über den jüngsten Raketentest des Nachbarstaates

"Positive Ansätze" und die Zurückhaltung aller Beteiligten seien notwendig, um die Stabilität der Region zu gewährleisten, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking nach dem nordkoreanischen Test von Marschflugkörpern am Donnerstag.

Schiffsabwehrraketen flogen 200 Kilometer

Nach Beobachtung des südkoreanischen Militärs hat das Nachbarland mehrere Kurzstreckenraketen getestet, sogenannte Seeziel-Flugkörper, die gegen Schiffe eingesetzt werden können. Sie seien in der nordkoreansichen Küstenstadt Wonsan abgefeuert worden und etwa 200 Kilometer weiter im Meer gelandet, hieß es in einer Erklärung des Generalstabs in Seoul.

Ein Militärsprecher zog eine Verbindung zum jüngsten militärischen Großmanöver der USA und Japans im Japanischen Meer vergangene Woche, an dem zwei amerikanische Flugzeugträger teilgenommen hatten. "Nordkorea wollte wahrscheinlich seine Fähigkeit demonstrieren, ein großes Kriegsschiff präzise zu treffen", hieß es aus Seoul.

Professor Yang Moo Jin, von der Fakultät für Nordkorea-Studien an der Universität Seoul, sieht in den kurzen Abfolge der Raketentests eine klare Ansage Pjöngjangs an die Weltöffentlichkeit: "Nordkorea hat die Raketentests verstärkt, um der Welt zu vermitteln, dass es sich durch internationale Sanktionen niemals auf die Knie zwingen lässt." Zudem wolle die Führung in Pjöngjang ganz offensichtlich ihre "Unzufriedenheit" darüber zum Ausdruck bringen, dass am Dienstag das US-Atom-U-Boot "USS Cheyenne" im südkoreanischen Hafen Busan eingetroffen sei,  sagte Yang Moo Jin.

EU weitet Sanktionsliste gegen Nordkorea aus

Die Europäische Union hat unterdessen ihre Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet. 14 weitere Personen und vier weitere Einrichtungen wurden mit Strafmaßnahmen belegt, wie der Ministerrat mitteilte. Es wurden Reisebeschränkungen verhängt, Vermögen sollen eingefroren werden. Die EU folgt damit Vorgaben der Vereinten Nationen.

Korea-Resolutionen bislang wirkungslos

Die ersten Strafmaßnahmen wegen des Raketen- und Atomprogramms Nordkoreas hatten die Vereinten Nationen 2006 verhängt. Mehrere UN-Resolutionen verbieten dem Land den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können. Trotzdem treibt die Führung des international isolierten Staates die Entwicklung von Raketen weiter voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

Nordkorea begründet seine Rüstungsprojekte mit der Notwendigkeit, sich gegen eine aggressive Politik insbesondere der USA zu verteidigen. Die zuletzt getesteten Boden-See-Geschosse mit einer Reichweite von 200 Kilometern gelten dabei als eher defensiv.

qu/uh (rtr, dpa, afp)