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Europa

Peinliche Sicherheitspanne bei Scotland Yard

Nach einer Sicherheitspanne ist der Anti-Terrorchef von Scotland Yard zurückgetreten. Er war mit einem Dossier fotografiert worden, auf dem Details einer Geheimoperation gegen mutmaßliche Terroristen zu sehen waren.

Bob Quick in Polizeiuniform (Foto: picture alliance)

Bob Quick zieht schnelle Konsequenzen aus der Sicherheitspanne (Archivbild)

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson erklärte, er habe die Demission von Bob Quick am Donnerstag (09.04.2009) "widerstrebend und mit Bedauern" angenommen.

Großbritanniens oberster Terror-Fahnder war am Mittwoch vor einem Besuch bei Premierminister Gordon Brown in der Downing Street von Pressefotografen abgelichtet worden, wie er geheime Papiere über eine laufende Anti-Terror-Überwachung gut lesbar unter dem Arm trug. Zu erkennen waren dabei auch Angaben über geplante Festnahmen.

Vorzeitige Großaktion gegen mutmaßliche El Kaida-Verschwörung

Polizisten und Studenten vor der Bibliothek der John Moores Universität in Liverpool (Foto: dpa)

Einer der Zugriffsorte: Die John Moores Universität in Liverpool

Das als geheim klassifizierte Dokument trug den Titel "Operation Pathway" und beschrieb Untersuchungen des Geheimdienstes über einen von der Terrororganisation El Kaida geplanten Angriff. Wegen des Fotos mussten Terrorfahnder früher als geplant Razzien einleiten. Dabei nahmen sie zwölf Verdächtige fest, die Kontakte zu El Kaida haben sollen. Zehn der Männer sollen in Pakistan geboren sein und über Studenten-Visa verfügen.

Die Polizei fasste die Männer an insgesamt zehn verschiedenen Orten, unter anderem vor der Liverpooler Universität und einem Internet-Café in Manchester. Zwar hatte das Verteidigungsministerium kurzfristig noch versucht, britische Medien von der Veröffentlichung des Fotos abzuhalten. Weil es aber vielen Zeitungen vorlag und auch im Ausland verbreitet wurde, entschlossen sich die Ermittler wohl zu dem ungewöhnlichen Zugriff bei Tageslicht.

Sicherheitslage ist ernst

Mit offiziellen Angaben zu den Hintergründen der Razzien, bei denen mehrere hundert Ermittler eingesetzt waren, hielt sich die Polizei am Donnerstag weiter zurück. Die Verdächtigen wurden noch befragt. Nach unbestätigten Medienangaben hatten die Männer möglicherweise einen Nachtclub und ein Einkaufszentrum in Manchester als Anschlagsziel im Auge, auch wenn die Tat wohl nicht unmittelbar bevorstand.

Die Regierung in London stuft die terroristische Bedrohung seit knapp zwei Jahren als "ernst" ein. Das ist die zweithöchste von fünf Alarmstufen und bedeutet, dass Terroranschläge in der Zukunft sehr wahrscheinlich sind, aber nicht unmittelbar bevorstehen.

Die britischen Sicherheitskräfte lösten bereits mehrfach Terror-Fahndungen aus, seit im Juli 2005 bei Anschlägen in London 56 Menschen getötet wurden. Im Juni 2007 wurden in London und Glasgow Anschläge vereitelt. (je/se/ap/dpa/rtr/afp)

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