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Sport

Pechvogel Liu

Vor vier Jahren weinte ganz China mit Hürdenstar Liu Xiang über sein Olympia-Aus in Peking. Auch in London gehörte Liu wieder zu den Favoriten – und verstolperte alle Chancen auf eine Medaille.

Hürdenläufer Liu Xiang stürzt im Vorlauf über 110 Meter. Foto: Reuters

Hürdenläufer Liu Xiang stürzt im Vorlauf über 110 Meter

Liu Xiang hüpfte auf seinem linken Bein über die Laufbahn. Schließlich küsste der 29-Jährige die letzte Hürde und überquerte unter dem Jubel der 80.000 Zuschauer die Ziellinie. Anschließend wurde der Chinese in einem Rollstuhl aus dem Stadion gefahren. Liu gehörte zum Kreis der Medaillenkandidaten über 110 Meter Hürden. Doch der Traum des Olympiasiegers von 2004 platzte bereits im Vorlauf nach nur acht Schritten. Liu trat in die erste Hürde, stürzte und verletzte sich am rechten Fuß. Wieder einmal wurde der Chinese zum tragischen Helden. Erinnerungen wurden wach an die Spiele vor vier Jahren in Peking.

Chinas Liu Xiang küsst die letzte Hürde. Foto: AP/dapd

Ein Kuss für die letzte Hürde, die er so gerne überquert hätte

Tränen in Peking

Nach seinem Goldcoup von Athen war Liu auch bei den Spielen in seinem Heimatland der Topfavorit. Er war damals nicht nur Titelverteidiger, sondern auch Weltmeister. Seinen Weltrekord (12,88 Sekunden) hatte er erst kurz vor den Spielen an den späteren Olympiasieger Dayron Robles aus Kuba (12,87 Sekunden) verloren. China fieberte dem 110-Meter-Hürdensprint von Peking entgegen. Doch eine hartnäckige Verletzung der rechten Achillessehne stoppte Liu. Nach einem Fehlstart, den ein Konkurrent in seinem Vorlauf verursacht hatte, trat Liu wegen starker Schmerzen nicht mehr zum Neustart an. Später vergoss er Tränen der Enttäuschung.

WM-Silber nach Comeback

Liu wurde operiert und musste ein Jahr aussetzen. Doch dem chinesischen Superstar gelang das Comeback. Bei der WM 2011 in Daegu in Südkorea meldete sich Liu in der Weltspitze zurück. Er gewann Silber hinter dem US-Amerikaner Jason Richardson. Und auch in diesem Jahr präsentierte sich Liu in Topform. In Eugene in den USA lief er die 110 Meter in 12,87 Sekunden und stellte damit die Weltrekordzeit von Dayron Robles ein – allerdings bei zu starkem Rückenwind. Alles schien bereit für einen weiteren Olympia-Coup des Chinesen. Bis zur ersten Hürde.